GANDERKESEE - „Komplett ist die Förderung nur, wenn wir den Primarbereich mit einbeziehen.“ Fachbereichsleiter Friedrich Rohlfs brachte am Donnerstagabend auf den Punkt, was Politiker aller Fraktionen zuvor gesagt hatten: Eine Förderung besonders begabter Kinder müsse im Kindergarten beginnen.
Den Blick der Ausschussmitglieder auf diese Gruppe gerichtet, wie Detlev Diepenbrock (SPD) es formulierte, hatte Andrea Terbrack. Die Begabtenpädagogin aus Bergedorf (die NWZ berichtete) hatte über das Erkennen solcher Hochbegabungen und die Schwierigkeiten in herkömmlichen Kindergartengruppen (die nach wie vor viel zu groß seien, wie Edith Ohlenbusch (SPD) bemängelte) berichtet. Die Probleme der Hochbegabten glichen oft denen mit Defiziten: ausgegrenzt werden, große Unruhe oder aber auch das In-sich-zurückziehen.
„Es geht darum, den Bedürfnissen dieser Kinder gerecht zu werden“, betonte Terbrack. „Nicht darum, bestimmte Eliten zu erziehen.“ Für Ganderkesee könne mit rund 20 solch „vermutlich hochbegabter Kinder“ gerechnet werden, meinte Terbrack. Im Bundesdurchschnitt seien mit jeweils 16 Prozent ebenso viele Kinder überdurchschnittlich begabt wie unterdurchschnittlich. Auf diese sei aber die gesamte Förderung abgestellt, die für Hochbegabte fehle hingegen fast völlig.
Wie diese in Angriff genommen werden soll, soll nun ausgearbeitet werden – zunächst in einem Gespräch mit den Leitungen der Kindertagesstätten. Eine Planstelle, wie sie Terbrack für sich selbst ins Gespräch gebracht hatte, gebe es derzeit allerdings nicht, betonte Rohlfs.
