GANDERKESEE - Geradezu aus dem Häuschen war der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes, Hans-H. Hubmann, nach der Auszählung der Erststimmen: „Auf dieses Ergebnis habe ich knapp 40 Jahre gewartet“, strahlte Hubmann. Er sei überglücklich, dass eine Abgeordnete aus dem Landkreis künftig in Berlin präsent ist. „Sie wird die Region kompetent vertreten. Und ich bin mir ganz sicher, dass Astrid Grotelüschen keine Hinterbänklerin sein wird“, unterstrich Hubmann.
Auch mit dem Bundesergebnis zeigte sich der Christdemokrat durchaus zufrieden. Das Ergebnis entspreche seinen Erwartungen. Er habe die CDU allerdings eher bei 36 Prozent gesehen und damit besser als bei der letzten Wahl. Allerdings sei schon in den letzten Wochen spürbar gewesen, dass ein Zuwachs schwer werden würde. „Die kleinen Parteien haben uns Stimmen weggenommen“, wagte Hubmann eine erste Analyse. Er freue sich, dass mit Schwarz-Gelb in den nächsten vier Jahren eine „klare Politik“ gewährleistet sei, in der die Fragen der Wirtschaft im Vordergrund stehen. Daraus können dann auch eine solide Sozialpolitik entwickelt werden.
„Freude, Freude, Freude!“ Ganderkesees FDP-Chefin Marion Daniel machte aus ihrer Gefühlslage am Sonntagabend kein Hehl: „Natürlich haben wir ein solches Ergebnis erhofft“, erwarten können habe man es natürlich nicht. Sie hoffe, dass sich CDU und FDP nun „schnell einigen“, vor allem aber, „dass sich die Positionen, die die FDP vertreten hat, in einem Koalitionsvertrag wiederfinden“.
„Ziemlich frustriert“ war hingegen Andreas Kowitz. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende hatte mit „einem so gravierenden Einbruch“ nicht gerechnet. „Auch in Ganderkesee sind wir dem Bundestrend verfallen.“ Es sei nicht gelungen, dem Wähler die Kompetenzen der SPD deutlich zu machen. In den kommenden vier Jahren „müssen einige Dinge überdacht werden, etwa Teile der Agenda 2010“. Auch Holger Ortels Niederlage habe bundespolitische Gründe.
Der Vorstandssprecher der Ganderkeseer Grünen, Oscar von Ewald, stellte seiner „großen Enttäuschung, dass wir Schwarz/Gelb nicht verhindern konnten“, zwei positive Aspekte entgegen: „Die Wähler haben den Rechtsradikalen eine Abfuhr erteilt.“ Auch das gute grüne Ergebnis auf Bundesebene und vor Ort sei „erfreulich“.
Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas wollte „nicht spekulieren, was auf uns zukommt. Wir müssen sehen, was die Koalitionsgespräche bringen.“ Vor dem Hintergrund, dass CDU und FDP sie bei der Bürgermeisterwahl unterstützt hätten, „bin ich mit dem Ausgang zufrieden“. Allerdings hätte sie auch mit einer großen Koalition leben können – die gibt es immerhin auch im Gemeinderat immer wieder.
