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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Zaubertrank und Hinkelsteine

29.10.2019

Ganderkesee Hinkelsteine und Zaubertrank, Römer verhauen und Wildschweinbraten essen: Wer jetzt schon weiß, um wen es geht, hatte mit Sicherheit schon mal eine der weltweit 390 Millionen Ausgaben von Asterix in der Hand. Am heutigen Dienstag wird die Reihe offiziell 60 Jahre alt – Grund genug zu fragen, wie populär Asterix, Obelix und die anderen ikonischen Bewohner des gallischen Dorfes heute noch in Ganderkesee sind.

Comicreihe oft verliehen

„Asterix hört nie auf!“, ist sich Sigrid Kautzsch, Leiterin der Gemeindebücherei, sicher. Dort werden die Comics mit den gallischen Abenteurern stark nachgefragt: „Ich habe letztes Jahr den kompletten Bestand an Asterix-Heften erneuert, weil die so zerfleddert waren“, erklärt Kautzsch. Nach jeweils rund 120 Ausleihen sei bei den Heften die Belastungsgrenze erreicht – ein Zeichen für die Popularität bei Leseratten: „Wir haben auch nie viele Exemplare im Haus liegen.“

Aus pädagogischer Sicht begrüßt sie, dass Asterix bei jungen Lesern noch so gut ankommt. „Das sind sehr kindgerechte Comics, da gibt es viele deutlich flachere Reihen. Asterix gehört zu den qualitativ besseren Heften.“

Ein gallisches Dorf wird 60 Jahre alt

Am 29. Oktober 1959 erschien Asterix in der französischen Jugendzeitschrift „Pilote“ zum ersten Mal als einseitiger Comic. Die Autoren, Zeichner Albert Uderzo und Texter René Goscinny, erfanden fast alle Charaktere „in einer Viertelstunde“.

Von 1974 an wurde Asterix in Form eigener Alben veröffentlicht. Goscinny starb 1977, Uderzo veröffentlichte die Reihe fortan über einen eigenen Verlag.

Seit 2012 hat ein neues Autorenduo die Feder in der Hand: Texter Jean-Yves Ferri und Zeichner Didier Conrad.

Insgesamt 38 Bände gibt es bis heute. Der neueste, „Die Tochter des Vercingetorix“, erschien am 24. Oktober, pünktlich zum Geburtstag der Reihe.

Auch privat ist sie ein Fan der Gallier – vor allem der älteren Ausgaben. „Man merkt schon, dass die neuen Autoren da nicht ganz herankommen.“ Einem echten Fan mache das aber nicht sehr viel aus, glaubt Kautzsch.

Für den Genuss neuer Asterix-Hefte nimmt Jan-Michael Braun, Leiter der Schule an der Ellerbäke, sogar lange Strecken in Kauf: „Ich fahre nach Frankreich, um mir da neue Bände zu holen.“ Das tut er aber nicht allein für Asterix, sondern auch für andere Comics. Seine Französischkenntnisse seien nicht sehr gut, so Braun, „aber es reicht“. Genau wie Sigrid Kautzsch bevorzugt er die Asterix-Geschichten aus den 70er Jahren, bevor der Autor Goscinny verstarb: „Die alten Hefte sind die besseren.“

Weltweit in 111 Sprachen

Im Unterricht an der Ellerbäke kommt Asterix, der weltweit mittlerweile in 111 Sprachen und Dialekte übersetzt worden ist, allerdings nicht zum Einsatz. „Für den Französischunterricht ist das zu kompliziert“, wie Braun erklärt. Die Übersetzung der verschiedenen Wortspiele würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Comics kommen in dem Fach zwar zum Einsatz, nur eben nicht die Bände über die Bewohner des von Römern belagerten gallischen Dorfes.

Einen stabilen Posten machen die Gallier-Comics auch im Buchladen von Gustav Förster aus. „Wenn ein neuer Band erscheint, findet der auch Platz in der Auslage.“ Aktuell ist der Band 38, „Die Tochter des Vercingetorix“, sowohl in gebundener Form als auch als Heft. „Gebunden ist das eher etwas für Sammler und ältere Kunden“, weiß Förster. Bis heute sei jede erschienene Ausgabe lieferbar – eine Ausnahme für eine derart alte Heftreihe. Dass die gedruckten Fassungen auch im digitalen Zeitalter ihre Käufer finden, liegt seiner Ansicht nach am Format: „So etwas lädt man sich nicht auf den E-Reader, das muss eine gewisse Größe haben.“

Früher hat Förster die Comicreihe auch privat gelesen. „Viele der Sprüche aus Asterix haben wir in meiner Studienzeit täglich benutzt“, blickt er zurück. „Asterix ist Kult, schon immer gewesen.“ Dass es nur alle paar Jahre ein neues Heft gibt, ist seiner Ansicht nach ein Grund für den großen Erfolg der Serie. „Das ist eine ziemliche Leistung, die da drin steckt – und das für nur 6,90 Euro.“

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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