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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Dirk Wieting Spricht Mit Jens Hitschke: Große Gastronomie-Erfahrung kommt Senioren und Außer-Haus-Kunden zu Gute

27.06.2020

Ganderkesee Die Corona-Pandemie hat viele Feierlichkeiten verhindert. So auch das zehnjährige Bestehen des Cafés im Wohnpark am Fuchsberg. „Wir hatten schon alles organisiert, aber wir mussten das große Fest leider absagen“, bedauert Inhaber Jens Hitschke (58). Gleichzeitig wäre es auch der zehnte Jahrestag seiner Selbstständigkeit gewesen.

Die ersten sechs Jahre seines Lebens verbrachte Jens Hitschke in Delmenhorst, bevor die Familie ein Eigenheim in Hoykenkamp bezog. Im Keller stand eine Holztischplatte, die kurzerhand zur Tischtennisplatte umfunktioniert wurde. Jens wurde zum erfolgreichen Tischtennisspieler. Zunächst spielte er beim TV Deichhorst, dann bei der TS Hoykenkamp. Hier gab er sein Können als Trainer auch an die jüngere Generation weiter.

Neben Tischtennis war auch Fußball angesagt, allerdings nur auf dem Bolzplatz. „Im Verein habe ich nie Fußball gespielt“, erzählt Jens. Dafür war er viele Jahre Mitglied bei den „Stedinger Möwen“, ehemals ein Fanclub des SV Werder Bremen. „Ich habe tolle Spiele im Weserstadion erleben dürfen – und heute? Zukünftig spielen wir wohl in der zweiten Liga.“

Seiner Mutter half Jens gerne beim Kochen. Daher machte er sein Schulpraktikum im Restaurant „Zur Pultern“ in Stickgras. Das gefiel ihm so gut, dass er nach dem Realschulabschluss in der „Klosterschänke“ in Hude eine Ausbildung zum Koch absolvierte. Jens arbeitete auch in den anderen Filialen des Inhabers: „Von der Feinküche mit vielen exklusiven Spezialitäten bis hin zur Bratwurst habe ich alles kennengelernt.“ Nach einem halben Jahr Ausbildung bat der Chef seinen Auszubildenden zu sich: „Du wirst kein guter Koch. Du gehörst nach vorne in den Service!“

Im Nachhinein war Jens ihm dankbar, denn der Kontakt mit den Gästen gefiel ihm gut und es gab immer Trinkgeld. Nach seiner erfolgreichen Abschlussprüfung als Restaurantfachmann ging’s zur Bundeswehr. Gleich in den ersten Tagen brachten ihn einige Soldaten zu Fall, die nicht schnell genug ins Wochenende kommen konnten. Jens fiel so unglücklich, dass seine Hand brach. Ein Oberstleutnant bekam mit, dass er Restaurantfachmann war und teilte ihn fürs Offizierskasino ein. Hier hieß es: eine Woche arbeiten, eine Woche frei. So konnte er in der freien Zeit auf „Gut Moorbeck“ in Großenkneten seinen Wehrsold aufbessern.

Nach der Bundeswehr arbeitete Jens zehn Jahre in der „Kornmühle“ in Heiligenrode und dann auf „Gut Altona“. Den 17. Mai 1996 wird er nie vergessen: An diesem Tag erlitt er einen schweren Bandscheibenvorfall und bis zur Genesung dauerte es zwei lange Jahre. Nur langsam konnte er im Restaurant „Zur Eiche“ in Schlutter wieder einsteigen.

Dann beeinflusste der Zufall die Karriere. Schon in Kinder- und Jugendtagen hatte er oft seine Tante am Starnberger See besucht. 2009 holte die Familie sie in den Wohnpark am Fuchsberg. Beim Umzug kam Jens mit der Inhaberin des Kiosks und des Cafés „Kaffee Klatsch“ ins Gespräch. „Ich will das eigentlich gar nicht mehr hier“, erfuhr er von der Frau. Diese Chance ließ sich Jens nicht entgehen. Zusätzlich zum Café, das er gleich in „Café am Fuchsberg“ umbenannte, und dem Kiosk bekam er einen Clubraum. Hier konnte er 18 Personen verpflegen. Auch Jens’ Außer-Haus-Lieferservice ist sehr gefragt. „Wir liefern Canapés, kalten Platten bis hin zum kompletten Frühstück.“

Mit Ehefrau Anke schwimmt er ganz auf einer Wellenlänge. Als Restaurantfachfrau arbeitet sie seit 30 Jahren im „Airfield Restaurant“. Kennengelernt haben sie sich 1986. Jens saß mit einem Freund im Ganderkeseer Bistro „Chapeau Claque“. Da Jens viel Durst hatte, bestellte er sich gleich zwei Glas Bier. Dann kam Anke Schlötelburg ins Lokal und verlangte nach einem Bier. Ganz Gentleman meinte Jens: „Dann nehmen Sie erst einmal meins.“

Zwei Tage später, gleicher Ort: Jens und sein Freund planten ein Treffen im „Delphi“ in Delmenhorst. Sein Kumpel meinte bei einem Terminvorschlag: „Da habe ich keine Zeit.“ – „Aber ich!“, kam es aus der Ecke von Anke. Sechs Wochen später war Anke bei ihm eingezogen. Das Paar hat ein großes Hobby: Reisen. „Ich möchte im Alter von 80 Jahren sagen: Wir haben alles gehabt, ich bin glücklich mit uns und der Welt“, philosophiert Jens.

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