GANDERKESEE - GANDERKESEE - In der Geschichte des Ganderkeseer Bahnhofes deutet sich ein neues Kapitel an. Nachdem drei Privatleute „ernsthaftes Interesse“ angemeldet hätten, wolle die Gemeinde bis Jahresfrist entscheiden, an wen die Immobilie verkauft wird, sagte Bürgermeister Gerold Sprung gestern auf Nachfrage. Wichtig sei, „dass der Bahnhof ein belebendes Element bleibt“. Dienstleister, Einzelhandel und eine Mischung aus beidem seien denkbar.
Der seit längerem angestrebte Bahnhofs-Verkauf ist bereits im Haushaltsplan 2005 der Gemeinde verankert – mit einer angedachten Einnahme von 245 000 Euro. Die Gemeinde möchte sich allerdings nicht nur vom Stationsgebäude und dem Gelände umzu trennen, sondern vom gesamten, bis zur Lindenstraße reichenden Grundstück (3193 Quadratmeter; die Gemeinde hatte es Anfang 2002 von der Bahn gekauft). Gegebenenfalls müsse das Areal geteilt werden, sagte Regionalplaner Peter Meyer. Denn die drei Interessenten wollten das Gebäude – und nicht freie Flächen.
Einer der Interessenten hat laut Bürgermeister Sprung bei den Überlegungen für einen Umbau des Gebäudes mit Studenten der Fachhochschule Oldenburg, Fachrichtung Architektur, zusammengearbeitet. Hier würden gerade die Kosten des Umbaus ermittelt. Wenn sie vorlägen, kämen alle drei Angebote auf den Prüfstand.
Offen ist, was nach dem Verkauf (alternativ wird auch ein Verpachten erwogen) aus der im Gebäude befindlichen Kleiderkammer des Arbeiterwohlfahrt-(AWo-)Ortsvereins Ganderkesee wird. Die Gemeinde habe intensiv nach alternativen Räumen gesucht, versicherte Sprung. Aber man sei nicht fündig geworden. Mit der AWo sei vereinbart, dass die Kleiderkammer gegebenenfalls kurzfristig ihre Koffer packt.
Allerdings dürfe sich nicht wiederholen, was die AWo bei ihrer früheren Begegnungsstätte an der Ecke Rathausstraße/Wittekindstraße erlebte, mahnte Vorsitzende Heide Heidmann. Damals musste die AWo räumen – doch das gemeindeeigene Gebäude blieb noch viele Monate leer, weil Investoren absprangen.
„Sehr schwierig“ gestaltet sich laut Heide Heidmann die Suche nach neuen Räumen für die Kleiderkammer. Sie sollten zentrumsnah gelegen und günstig sein. Angebote nimmt die AWo unter Tel. 04222/80 91 95 entgegen.
