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10.02.2018

Ganderkesee Es ist schön, wenn Menschen durch eigene Erfahrung eines Besseren belehrt werden. Noch vor wenigen Jahren meinte Eike Struck (47) zu Ehefrau Christina: „Was soll ich bei den Narren?“, als sie mit ihm zum Faschingsumzug nach Ganderkesee wollte. Heute ist Eike engagiertes Mitglied im Festausschuss und vom Faschingsvirus infiziert.

„Die Menschen sind hier etwas Besonderes, so wie sie miteinander umgehen. Es ist wie eine große Familie“, schwärmt Eike. Am Freitag war er beim Aufbau der Kassenhäuschen genauso aktiv dabei, wie er es an diesem Samstag als Discjockey bei der „Party nach dem Umzug“ des Kinderprinzenpaares sein wird. Am Sonntag steht er als Sänger mit der Band „Airbuzz“ beim Frühschoppen auf der Bühne.

Die Bezeichnung „Ein Mann für alle Fälle“ trifft auf Eike im besonderen Maße zu. Er kann nicht nur anpacken, sondern strahlt auch eine besondere Herzlichkeit und Gemütlichkeit aus. Dabei stand er nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens.

Eike ist in Bremen aufgewachsen. Seinen Vater lernte er nie kennen, Mutter Elfriede musste Eike alleine großziehen. Da sie bei der Bundeswehr beschäftigt war, war Eike oft auf sich gestellt. „Ich hatte einen Schlüssel um den Hals und musste mir das Mittagessen selber warm machen. Es hat meiner Entwicklung aber nicht geschadet“, erzählt Eike. Oft, wenn seine Mutter Nachtschicht hatte, durfte auch Eike bei der Bundeswehr übernachten. Ein Bundeswehrfahrzeug brachte ihn dann am Morgen zur Schule.

Schon früh lernte er von seiner Oma das Klavierspielen. „Mit den Noten hatte ich es nicht so, ich spiele lieber nach Gehör.“ Später spielte Eike in einer Schülerband. Im Alter von 15 Jahren wurde die Musik zur Nebensache. Zusammen mit seinen Freunden frisierte er lieber Mofas.

Schon während seiner Zeit auf der Realschule wollte Eike Feuerwehrmann werden. Nach seinem Abschluss gab es einen Einstellungsstopp bei der Feuerwehr. Was nun? Ein Berufsberater riet ihm, Klempner zu werden. „Das wollte ich absolut nicht, und so habe ich mir ein Berufslexikon besorgt und den für mich passenden Beruf herausgesucht“, erklärt Eike. Die Wahl fiel auf den „Seegüterkontrol­leur“ (Küper). Bei der Firma J.H. Bachmann fand er gleich einen Ausbildungsplatz.

„Dieser Beruf hat mir viel Spaß gemacht“, sagt Eike. Ihn konnte es auch nicht erschüttern, wenn er bei der Kontrolle mal giftige Spinnen und Schlangen vorfand. Da immer weniger Schiffe den Bremer Hafen anfuhren, wurde Eike nach seiner Ausbildung nicht übernommen. Die Dame vom Arbeitsamt meinte: „Werden sie doch Klempner.“ Auch jetzt lehnte Eike ab. Zunächst arbeitete er bei einem Reinigungsunternehmen, bevor er wieder in seinem erlernten Beruf arbeiten konnte. Als sein Betrieb aufgeben musste, machte sich Eike kurzerhand selbstständig.

Um seine Firma auf mehrere Beine zu stellen, hatte er neben der Seegutkontrolle auch die Betriebszweige Industriereinigung und Lagerung mit aufgenommen. In der Spitzenzeit hatte Eike um die 70 Mitarbeiter. Als er dann von großen Unternehmen von heute auf morgen keine Aufträge mehr bekam, fiel die Firma wie ein Kartenhaus zusammen. Dazu scheiterte auch seine erste Ehe.

Eike Struck wäre nicht Eike Struck, wenn er nicht wieder neu angefangen hätte. Er sah in Holland mehr Potenzial und gründete dort zunächst wieder eine Firma in der Sparte „Industriereinigung“. Nach zwei Jahren versuchte er es erneut in Bremen. Er hatte in der Zwischenzeit seinen Meister für Lagerwirtschaft gemacht. Heute hat Eike seine Firma „DSS Gmbh“ für Industriereinigung und Lagerkontrolle und dazu noch eine zweite Firma für Lager und Spedition.

Ich staunte nicht schlecht, als Eike mir eröffnete, dass er vor einigen Jahren auch noch die Discothek und Karaoke-Bar „Little Dance“ in Bremen übernommen habe. Dort fand er Gefallen an der Moderation. Inzwischen ist Eike auch mit einer mobilen Discothek unterwegs. Vor zehn Jahren war der Gitarrist der Band „Airbuzz“ in seiner Discothek und der hörte Eike dort singen. „Wir suchen noch einen Sänger, möchtest Du nicht bei uns anfangen?“ – Eike konnte zu diesem Angebot nicht Nein sagen.

Seit 17 Jahren hat Eike seinen Wohnsitz in der Gemeinde Ganderkesee. Als Tochter Celine (15) in einer Garde tanzen wollte, kam Eike mit den Verantwortlichen in Kontakt. Da zunächst kein Platz für Celine war, meinte Eike: „Dann gründet doch noch eine zusätzliche junge Prinzengarde.“ Die Verantwortlichen fanden diese Idee nicht schlecht und so wurden die Weiß-Pinken Funken gegründet. Celine tanzt mittlerweile bei den Blau-Weißen Funken und Tochter Zoe (8) in der Roten Garde.

Eike Struck,Mitglied des Festausschusses der GGV

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