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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Die Nacht, als (fast) alle vor dem Fernseher saßen

20.07.2019

Ganderkesee „Ein kleiner Schritt für den Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit“ – mit diesen Worten betrat der US-Amerikaner Neil Armstrong am 21. Juli um 3.56 Uhr Mitteleuropäischer Zeit den Mond. Für alle, die es damals miterlebten, ein unvergessliches Ereignis – oder? Die Nordwest-Zeitung hat einige bekannte Ganderkeseer gefragt, welche Erinnerungen sie an die Mondlandung vor 50 Jahren haben und welche Bedeutung sie dem Ereignis beimessen.

Lesen Sie hier auch unser SPEZIAL zur Mondlandung

Mondlandschaft nur eine Hollywood-Kulisse?

Gerd Logemann (Bild: Archiv)

Gerd Logemann (69), Eigentümer des „Klosterhofs“ Bergedorf und Freilichttheater-Initiator: „Ich kann mich noch sehr genau erinnern, wie ich die Bilder von der Mondlandung im Bergedorfer Krug in der Tagesschau gesehen habe. Damals war ich 19. Tagsüber hatte ich noch nicht viel Zeit, mir Gedanken zu machen. Ich habe bei der Genossenschaft in Ganderkesee ausgeholfen und an diesem Tag musste ein Waggon mit Kunstdünger-Säcken entladen werden. Morgens hatte ich von der Mondlandung im Radio gehört und mir war sofort klar, dass das etwas Besonderes ist, das man sich eigentlich gar nicht vorstellen kann. Später wurde ja gemunkelt, dass die Bilder auch in Hollywood gedreht worden sein könnten. Unterschwellig gab es immer Bedenken, ob das wohl alles der Realität entspricht. Man traut den Amerikanern ja einiges zu! Damals herrschte in der Raumfahrt ein erbitterter Wettkampf zwischen ihnen und der Sowjetunion. Mein Interesse an der Raumfahrt ist allerdings nicht allzu groß, ich bin nicht sehr technikbegeistert.“

Andere Interessen

Lisa Dirks (Bild: Archiv)

Lisa Dirks (82), Gästeführerin aus Hohenböken: „Mir war damals bewusst, dass die Mondlandung etwas Besonderes ist. Aber ich habe sie nicht besonders in Erinnerung. Man war ja im Alltag sehr eingespannt. Wir haben mit der ganzen Familie vor dem Fernseher gesessen, daran kann ich mich erinnern. Später habe ich die großen Ereignisse in der Raumfahrt zwar verfolgt und fand auch sensationell, wie sich alles entwickelt, aber meine Interessen hatte ich anderswo. Auf der Erde ist ja auch noch so viel zu tun.“

Respekt vor Mut der Astronauten

Gerd Brand (Bild: Archiv)

Gerd Brand (71), Vorsitzender des Gemeinderates: „Ich saß nachts bei unseren Nachbarn vor dem Fernseher. Wir hatten damals noch keinen. Ich habe mit offenem Mund gestaunt. Unsere Nachbarn fragten sich aber gleich, ob das wohl wirklich gerade auf dem Mond passiert oder irgendwo in einem Filmstudio. Ich fand damals faszinierend, dass Menschen von der Erde aus programmieren können, wie das Ding fliegt und landet. Und ich hatte großen Respekt vor dem Mut der Astronauten. Spätere Raumfahrtereignisse habe ich dann zwar immer am Rand mit verfolgt, aber sie haben mich dann nicht mehr so brennend interessiert.“

Im grünen Schalensessel vor dem Fernseher

Dr. Wiebke Steinmetz (Bild: Archiv)

Dr. Wiebke Steinmetz (58), Leiterin Kulturhaus Müller: „Ich erinnere mich noch sehr genau an die grünen 60er-Jahre-Schalensessel, in denen wir Kinder zu zweit oder dritt saßen. Unsere Mutter hatte uns geweckt, wir durften die Nacht hindurch fernsehen. Welche Tragweite die Mondlandung hatte, war mir damals nicht bewusst. Kinder nehmen Fortschritt ja als etwas ganz Normales hin. Aber ich habe dann auf den Mond am Himmel geschaut und staunend gedacht: Da sind die jetzt?! Rückblickend betrachtet war es für mich ein großes Medienereignis – mehr nicht. Denn ansonsten bin ich völlig irdisch gepolt. Selbst Raumschiff Enterprise hat mich nur wegen der Schauspieler interessiert und nicht wegen der Inhalte.“

Im Schlafsack die ganze Nacht zugeschaut

Jürgen Lüdtke (Bild: Archiv)

Jürgen Lüdtke (71), Vorsitzender des Seniorenbeirats Ganderkesee: „Ich habe im Sommer 1969 meinen Wehrdienst bei de Luftwaffe in Goslar abgeleistet. Dort war das Interesse natürlich groß. Wir haben uns im Schulungsraum das ganze Prozedere vom Abend bis zum frühen Morgen angesehen, wir lagen alle in Schlafsäcken auf dem Boden und starrten auf den Fernseher. Damals herrschte der Kalte Krieg und jahrelang war die Sowjetunion den USA in der Raumfahrt voraus. Deshalb habe ich mich gefreut, dass die Amerikaner nun die Ersten auf dem Mond waren. In meinen Ausstellungen zur DDR-Geschichte spielt aber auch Siegmund Jähn, der erste Deutsche im All, eine Rolle. Die Entwicklung der Raumfahrt interessiert mich bis heute.“

Kein großes Thema

Meike Ahlers (Bild: Archiv)

Meike Ahlers (61), Plattdeutschbeauftragte der Gemeinde: „Ich war bei einer Freundin in den Ferien. Dort lief die Mondlandung im Fernsehen, aber ich glaube, das war eine Aufzeichnung am Tage. Ich fand das beeindruckend, aber es war und ist bis heute kein großes Thema für mich. Obwohl ich es schon faszinierend finde, wie groß zum Beispiel allein die Milchstraße ist.“

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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04222 8077 2741
Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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