GANDERKESEE - „Wir wollten keine leeren Stuhlreihen und auch keine Buh-Rufe in Richtung Bühne.“ Mit diesen Worten begründet Uwe Meyer, Präsident der Gemeinschaft Ganderkeseer Vereine (GGV), gegenüber der NWZ den überraschenden Personalwechsel für die Moderation der vier Büttenabende im Februar.

Am Freitagabend hatte die GGV mitgeteilt, dass das zur Faschingseröffnung am 11. 11. vorgestellte Bookholzberger Duo Franziska Gehrau und Andreas Kowitz nun doch nicht durchs Programm führen wird. An ihrer Stelle moderieren Gesa Stieneker-Intemann und Andreas Laqua die vier Büttenabende am 6./7. und 13./14. Februar. Begründet wird die Rochade mit „öffentlichem Druck“, der mit der Person Andreas Kowitz zusammenhänge. Der Bookholzberger ist auch Ratsherr und SPD-Vorsitzender in der Gemeinde Ganderkesee.

Nach der Schilderung von Uwe Meyer gab es schon bei der Vorstellung von Kowitz und Gehrau am 11. November in Immer „Bedenken aus der Politik“. Das sei aber noch kein Grund gewesen, die Wahl zu überdenken, zumal mit Kowitz abgesprochen war, dass politische Äußerungen auf der Bühne tabu seien. In der Folge, so Meyer, sei aber aus Bookholzberg „aus allen Schichten“ Kritik an der Moderation durch Kowitz geäußert worden. Als auch mit Besucher-Boykott gedroht wurde, habe die GGV sich entschlossen, die Reißleine zu ziehen. Die Trennung von Kowitz und Gehrau sei dann in beiderseitigem Einvernehmen vollzogen worden. Die Option, allein zu moderieren, hat Franziska Gehrau nach eigenen Angaben abgelehnt: „Wir sind als Team angetreten“, sagt sie.

Für Andreas Kowitz ist der Gegenwind nicht ganz unerklärlich (siehe Interview). Er sieht die Kritik in Zusammenhang mit seiner Arbeit in der Initative „Wir in Bookholzberg“ (WIB). Den WIB-Vorsitz hat Kowitz mittlerweile abgegeben, und zwar „aus rein beruflichen Gründen“, wie er betont. In diesem Zusammenhang waren bereits anonyme Briefe gegen ihn aufgetaucht.

Kowitz sagte gegenüber der NWZ , dass er die GGV-Vertreter, als diese ihm die Büttenabend-Moderation antrugen, ausdrücklich darauf hingewiesen habe, „dass es Angriffe gegen mich geben könnte.“ Auch deshalb habe er „mehr Rückhalt erwartet“. Dass es angeblich auch von politischer Seite Kritik gab, kann er sich nicht erklären. CDU-Fraktionschef Dietmar Mietrach jedenfalls, der mit Kowitz in der WIB und im Bookholzberger Sommerfestverein eng zusammenarbeitet, wurde von dem Moderatoren-Wechsel nach eigenen Angaben ebenso sehr überrascht wie Kowitz selbst.