GANDERKESEE - Als Ganderkesees Ratsvorsitzender Gerd Brand vor 15 Jahren in den Gemeinderat kam, da, so erinnert er sich, sei der Ausbau des Hohenborn „ein ganz heißes Thema“ gewesen. Und wenn er in fünf Jahren ausscheide, werde das vielleicht noch genauso sein, flachste der Falkenburger einmal. Aber weit gefehlt! Denn: Ganderkesees Rat ist fest entschlossen, den Dauerbrenner anzugehen. Mit 1,15 Millionen Euro wurde der Hohenborn-Ausbau (vom Quellenweg bis zur Bahn) am Donnerstagabend im Haushaltsplan 2012 verankert.
Insgesamt sieht das Zahlenwerk fürs kommende Jahr Investitionen der Gemeinde von 5,1 Millionen Euro vor. Dennoch, so sagte CDU-Fraktionschef Dietmar Mietrach, werden 2012 für Ganderkesee „ein Jahr der Konsolidierung“. Nach derzeitigem Stand läge die Nettoentschuldung bei 46 900 Euro.
Wesentliche Brocken bei den Investitionen sind: Baumaßnahmen für eine Krippe im Hoykenkamper Kindergarten Schatzinsel (Gesamtvolumen: 265 000 Euro), Anbau für den Jona-Kindergarten (235 000 Euro), weitere Baumaßnahmen im Bereich Sauna/Freibad sowie des dortigen Parkplatzes (575 000 Euro), Sanierung des Ganderkeseer Feuerwehrgebäudes (537 000 Euro), Umgestaltung der östlichen Geschäftsstraße Bookholzberg (455 000 Euro), Umgestaltung Arp-Schnitger-Platz (214 400 Euro).
Gute Noten bekam der Haushalt insbesondere von den Vorsitzenden beider großen Fraktionen. SPD-Fraktionschef Werner Brakmann appellierte zugleich, beim Klimaschutzkonzept jetzt Prioritäten festzulegen und ans Umsetzen zu gehen. Mietrach nannte es erfreulich, dass sich der Kommunalservice zu einer „Erfolgsgeschichte“ entwickelt habe.
Eine „ganz deutliche Schieflage“ sehen die Grünen zu beheben. Gut die Hälfte der Investitionen von 5, 1 Millionen fließe in den Straßenbau, aber nur 2 Prozent würden in Naturschutzmaßnahmen gesteckt, monierte Dr. Volker Schulz-Berendt.
Die FDP will Anträge zu diesem „Basishaushalt“ Anfang 2012 vorlegen. Wünschenswert sei das Entwickeln eines Ganztagsangebotes für die Oberschulen, sagte Marion Daniel. Sie erinnerte auch an die von der FDP gewünschte Verlängerung der Westtangente bis zur B 213.
Otto Sackmann (UWG) und Christian Marbach (Freie Wähler) plädierten für einen weiteren Abbau der Schulden. Erfreulich nannte es Sackmann, dass der Kreis die Hebesätze nicht erhöhe.
