GANDERKESEE - Den Vorwurf, die Ganderkeseer SPD habe ihren Einsatz für den Gesamtschul-Standort Bookholzberg schlicht verschlafen, wollte Fraktionschef Johannes Mestemacher nicht auf sich sitzen lassen, als er am Mittwoch gemeinsam mit den Fraktionskolleginnen Christel Zießler und Edith Ohlenbusch zur Pressekonferenz bat. Allerdings räumte auch Mestemacher ein, der Ablauf sei „keine Erfolgsgeschichte“ für die Ganderkeseer Sozialdemokraten. „Wir hätten entschiedener darauf drängen müssen, dass unser Erstantrag zur Abstimmung kommt“, lautet die späte Erkenntnis. Denn sowohl Ortsverein als auch Fraktion hatten sich einstimmig dafür ausgesprochen, für eine IGS in Bookholzberg zu kämpfen.

Allerdings war auch klar, dass sich die Standorte Bookholzberg und Hude gegenseitig ausschließen. „Wir haben versucht, uns mit der Huder SPD auf eine IGS in Hude zu verständigen“, sagte Mestemacher. Doch der Versuch scheiterte am Votum der Nachbargemeinde für eine KGS.

Nachdem der Kreistag nun entschieden hat, dass bei der anstehenden Elternbefragung Bookholzberg als Standort nicht in Betracht kommt, sollten sich die Ganderkeseer Eltern nicht entmutigen lassen und auf gar keinen Fall die Abstimmung boykottieren, unterstrichen Zießler, Ohlenbusch und Mestemacher gemeinsam. „Wir werben dafür, dass sich die Eltern an der Abfrage beteiligen, und wir werben für eine IGS, denn nur sie stellt eine sinnvolle Ergänzung des Ganderkeseer Schulangebotes dar“, betonte der Fraktionsvorsitzende.

Diese Anliegen will der SPD-Ortsverein per Flugblatt transportieren, das in den Osterferien an alle Haushalte verteilt werden soll. Darauf sollen unter anderem auch die Unterschiede zwischen einer Integrierten und einer Kooperativen Gesamtschule erläutert werden. „Ich glaube, die sind weithin noch unbekannt“, sagte Ohlenbusch.

Eine Gefahr, so Christel Zießler, sei allerdings nicht auszuschließen: Ganderkeseer Eltern könnten auf dem Fragebogen schlicht den Standort Hude durchstreichen und durch Bookholzberg ersetzen.