Ganderkesee - Auch wenn ihre Kampagne „Glasfrei um den Ring“ heißt: Wirklich jede Glasflasche aus dem Ganderkeseer Faschingsumzug zu verbannen, wird der GGV und ihren Partnern niemals gelingen. Aber wer Glas mitbringt, soll es zumindest ordnungsgemäß entsorgen, statt auf Straßen und Plätzen Scherbenhaufen entstehen zu lassen.
Der Kommunalservice Nordwest wird entlang der Umzugsstrecke wieder 100 grüne Mülltonnen aufstellen, die speziell für die Entsorgung von Glasflaschen vorgesehen sind. „Wirklich weit laufen muss niemand“, betonte GGV-Pressesprecher Timo Vetter am Montag bei der Vorstellung des Glasfrei-Konzepts. „Etwa alle 30 Meter wird eine Tonne stehen.“
Insgesamt 108 Gruppen werden am Samstag, 2. März, ab 14 Uhr um den Ring ziehen. Alle dicht aneinandergereiht ergebe sich daraus eine (Netto-)Zuglänge von 700 Metern – 50 Meter mehr als im Vorjahr, berichtet Andreas Vieluf aus dem Umzugsteam der GGV. Seine Erklärung: „Die Fahrzeuge werden immer länger.“
Unter den Gruppen sind laut Vieluf zehn neue. Dass der Zulauf an Aktiven aus Bremen steigt, führt er auf die Präsenz des Ganderkeseer Faschings beim Freimarktsumzug zurück. Aber auch insgesamt ist die Zahl der Gruppen gegenüber dem Vorjahr noch einmal leicht gestiegen. Mit 3400 Aktiven ist die Zahl der Teilnehmer gegenüber 2018 allerdings um rund 200 zurückgegangen.
Der Eintritt zum Faschingsumzug kostet für Besucher ab acht Jahre 5 Euro, jüngere Kinder dürfen kostenfrei zuschauen. Das Tanzband, das abends Zutritt zum Festzelt an der Raiffeisenstraße und zum Oldenburger Hof (Stolle) gewährt, und den Eintritt zum Umzug beinhaltet, ist für 12 Euro erhältlich. Umzugsteilnehmer müssen in diesem Jahr erstmals 3 Euro für den Umzug zahlen; 8 Euro kostet für sie das Tanzband.
Jugendliche, die abends im Festzelt feiern möchten, müssen zunächst ein Umzugsband kaufen. Dieses können sie (ausschließlich) an der U-18-Kasse auf dem Festplatz gegen ein Tanzband tauschen und anrechnen lassen. An der Jugendkasse gibt es unterschiedliche Kategorien von Tanzbändern für Minderjährige – abhängig vom Alter und ob die Übertragung der Aufsichtspflicht erklärt wurde.
Einen Vorverkauf gibt es ab Mittwoch, 27. Februar, bei Kiosk & mehr, Grüppenbührener Straße 50, sowie am Freitag, 1. März, von 17 bis 19 Uhr auf dem Festplatz.
Unterstützung bei seinen Bemühungen, das Scherbenmeer immer weiter trockenzulegen, erhält die GGV nicht nur von Kommunalservice, Gemeinde und Deutschem Roten Kreuz, sondern auch vom örtlichen Getränkehandel. Sowohl die Inkoop-Märkte in Ganderkesee und Bookholzberg und die beiden Famila-Filialen im Ortskern als auch der Getränkemarkt „Hol ab“ und die Shell-Tankstelle erweitern eigens für das närrische Treiben ihr Sortiment um Spirituosen und andere Party-Getränke in Kunststoffflaschen und Dosen.
Der gemeinsame Kampf gegen Glasscherben, der in dieser Session ins fünfte Jahr geht, hat Erfolg: „Das DRK muss am Umzugstag seither deutlich weniger Schnittverletzungen behandeln“, erklärte Jan Marc Kahle, der nicht nur seitens der GGV die Glasfrei-Kampagne koordiniert, sondern sich auch beim DRK engagiert. Laut Kahle sind es längst nicht nur extrem alkoholisierte Faschingsbesucher, die sich an zerbrochenen Glasflaschen verletzen. Versorgen müssten die Rettungskräfte immer wieder auch Schnittwunden, die sich Besucher mit sehr dünnen Schuhsohlen zuziehen.
Zu Schaden kommen durch zerbrochenes Glas übrigens nicht nur Menschen: „Die letzen beiden Jahre waren die ersten, in denen kein Rettungswagen einen platten Reifen hatte“, berichtete Kahle erfreut.
Ein restriktives Verbot von Glasflaschen gibt es beim Fasching um den Ring dennoch nicht – schon allein deshalb, weil die Einhaltung nicht kontrollierbar wäre. „Wir können da nur an die Vernunft der Umzugsbesucher appellieren“, sagte Timo Vetter. Und Kahle ergänzte: „Wenn jemand schon immer mit seinen Freunden mit einer Flasche Sekt an der Strecke stand und die leere Flasche anschließend wieder mit nach Hause genommen hat, kann er das auch weiterhin tun.“
An die Vernunft der Besucher appellieren auch die Einzelhändler, die das Glasfrei-Konzept mittragen. Mit Plakaten weisen sie in den Märkten auf ihr bruchsicheres Sondersortiment hin. Auch in Prospekten und in den sozialen Medien wird auf die Aktion „Glasfrei um den Ring“ hingewiesen.
