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09.06.2018

Ganderkesee Lachend erzählt Brigitte Maß (70) mir ihr Motto, dass sie für ihre Schüler an der BBS Wildeshausen immer parat hatte: „Maß macht mobil bei Arbeit, Sport und Spiel“, in Anlehnung an einen bekannten Werbeslogan eines Schokoriegel-Herstellers. Man könnte aber auch sagen: „Brigitte Maß macht und ist mobil“, denn Sport ist ihr Leben. In Berlin aufgewachsen, war sie schon als kleines Kind quirlig und super aktiv.

So begann sie schon mit drei Jahren mit dem Ballett. Sie konnte nicht genug Bewegung haben. „Das Kind muss in einen Sportverein“, meinte ihre Mutter. Mit fünf Jahren zeigte sich schon Brigittes großes Talent beim Turnen. Sechs Tage in der Woche und dann drei bis vier Stunden täglich trainierte sie unter anderem Bodenturnen, am Stufenbarren oder auf dem Schwebebalken. Diese Mühe sollte sich lohnen. Bei den deutschen Jugendmeisterschaften im Turnen konnte sie in ihrer Altersgruppe (zehn bis zwölf Jahre) damals den fünften Platz belegen. Wer weiß, was Brigitte noch alles erreicht hätte, wenn ihr Vater als Bundesbahnbeamter nicht von Berlin nach Delmenhorst versetzt worden wäre. „Ich habe mich in Delmenhorst nie wirklich wohlgefühlt und habe mich auch keinem Sportverein angeschlossen“, sagt sie. Dafür verfolgte sie ihr berufliches Ziel. Brigitte wollte unbedingt Sportlehrerin werden. Sie machte in Delmenhorst ihr Abitur und besuchte anschließend die Landesturnschule in Melle. Danach studierte sie an der Sporthochschule in Köln. Dazu belegte sie einige Kurse für das Fach Hauswirtschaft.

Der unvergessene Ganderkeseer Jochen Selke war in Wildeshausen Berufsschullehrer und ihm war die sportliche Brigitte Maß schon länger aufgefallen. „Komm doch zu uns nach Wildeshausen“, schlug er vor. Brigitte nahm das Angebot an und unterrichtete dann 32 Jahre lang an dieser Schule Sport und Hauswirtschaft. Durch ihre immer fröhliche Art war sie bei Schülern und Kollegen gleichermaßen beliebt.

Schon im Alter von 16 Jahren lernte sie auf einer Hochzeitsfeier Adolf Maß kennen. Drei Jahre später, am 3. Juni 1967, heirateten die beiden selbst. Ganderkesee wurde ihre neue Heimat. 1968 kam Tochter Birgit auf die Welt und drei Jahre später dann Sohn Stefan. Großen Raum im Leben von Brigitte und ihrer Familie nahm der Sport ein. Während ihr Ehemann Adolf in Sachen Fußball unterwegs war, baute Brigitte beim TSV Ganderkesee und später auch beim Delmenhorster TV die Trampolinabteilung auf. Sie reiste mit Talenten zu Wettbewerben in ganz Deutschland und leitete dazu 30 Jahre als Kreisfachwartin in der Turnerschaft Oldenburg-Land den Bereich Trampolin. Damit nicht genug, denn aktiv war sie auch beim Kinderturnen, in der Gymnastik und 27 Jahre lang beim Frauenturnen des TSV Ippener.

Heute leitet Brigitte mehrere Gruppen im Bereich Gesundheitssport und betreut zudem den Fitnessraum des TSV Ganderkesee. Für großes sportliches Engagement wurde sie zweimal für die Auszeichnung „Mensch des Jahres“ der NWZ nominiert. „Gerade in den ersten Jahren war es nicht immer einfach, meine Rolle als Ehefrau und Mutter, den Beruf und die sportlichen Aktivitäten unter einen Hut zu bekommen“, erinnert sie sich.

Gemeinsame Hobbys mit ihrem Adolf waren das Tanzen und der Ganderkeseer Fasching. Brigitte war viele Jahre verantwortlich für den Kinderfasching und sie leitete die Tanzgruppe „Popkörner“. Zehn Jahre war diese Gruppe aktiv und zählte dabei immer zu den Highlights auf der Büttenabend-Bühne. Im Oktober 1974 bekam sie eines Abends Besuch von einigen Herren, dem sogenannten „Heldengreifkommando“. Man hatte Brigitte zur Faschingsprinzessin 1975 auserkoren. „Ich habe sofort Ja gesagt. Mit meinem Prinzen Paul Gerresheim und unseren Ehrendamen hatten wir ein tolles Jahr“, erinnert sich Brigitte. Noch heute ist sie aktiv bei den Ex-Prinzenpaaren und sie gehört dem Ältestenrat an. Bis vor kurzem noch zusammen mit ihrem Ehemann Adolf.

Die beiden Faschingsfreunde ereilte gerade am Rosenmontag 2016 ein Schicksalsschlag. Ihr Adolf erlitt einen Schlaganfall. Beide hatten sich noch auf viele gemeinsame Jahre im Ruhestand gefreut, denn Brigitte war gerade wieder von ihrer schweren Krebserkrankung genesen. Ud nun das. Ihre ganze Energie galt ab jetzt ihrem Ehemann. Adolf erholte sich so gut, dass vor gut einem Jahr noch im kleinen Rahmen die Goldene Hochzeit gefeiert werden konnte. Nur einige Monate später erlitt Adolf einen weiteren Schlaganfall und Brigitte musste hilflos mit ansehen, wie es mit ihrem Ehemann immer weiter bergab ging. Brigitte freute sich, dass sie ihren Adolf Anfang des Jahres von der Reha in Bad Oeynhausen zum „Pflegezentrum Haus am Wald“ nach Immer holen konnte. Beide freuten sich über mehr gemeinsame Zeit. Doch diese Freude dauerte nur drei Tage. Einen weiteren gesundheitlichen Rückschlag hat ihr Ehemann nicht überstanden.

„Mir geht es jetzt wieder gut“, erzählt Brigitte mir. Gesundheitsturnen, Fasching und ihr Haus mit Garten lassen keine Langeweile aufkommen. Eine Urlaubstour mit dem Sozialverband VdK ist auch geplant, ebenso wie die alljährliche Städtetour mit Tochter Birgit. Dann kann es für Brigitte weiter heißen: „Maß macht mobil bei Arbeit, Sport und Spiel“.

Brigitte Maß,ehemalige Lehrerin und Ex-Faschingsprinzessin.

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