GANDERKESEE - GANDERKESEE - Die Ehepaare Moritz, Henke und Maslowski haben mehrere Gemeinsamkeiten. Sie haben jeweils zwei Kinder, die bei allen schon aus dem Hause sind, alle drei Männer sind Jahrgang ‘49. Und: Alle kochen sehr gern und auch gut. Genau das hat die drei Ehepaare zu einer ungewöhnlichen Interessengemeinschaft zusammengeführt: Dreimal die Woche spielt einer der sechs Eheleute „Chefkoch“ und Gastgeber in einem. Gemeinsam wird – fast wie in einer Familie – gegessen und auch geklönt.
Im April 2003 war es, als die „IG“ geboren wurde. „Wir hatten keine Lust mehr, nur für zwei zu kochen“, erinnerte sich Cornelia Moritz, die gestern den Part am Herd übernahm. Während es unten an der Tür klingelte und nacheinander die Mit-Essenden eintrudelten, erzählte sie lachend von anfänglichen Aha-Effekten: „Mal blieb was übrig, mal war‘s auch zu knapp.“
„Reisfleisch“ brachte die 52-Jährige gestern auf den Tisch – mit Basmatireis, Vollkornreis, Rotem Reis und Jasminreis („Aldi hatte den im Angebot“). Nein, nein, hier gehe es nicht um die hohe Kunst des Kochens, winkte sie ab. „Ganz normale Hausmannskost“ komme auf den Tisch – jeden Dienstag, Mittwoch und Donnerstag.
Die „Regeln“ des Kochkreises ähneln denen in Familien: „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“, merkte Dr. Gustav Henke. „Natürlich“ werde Rücksicht genommen, wenn jemand partout keine Erbsensuppe oder Rote Beete mag, fügte er augenzwinkernd hinzu. Am Tisch hat jeder seinen Platz, kleine Porzellan-Namensschildchen zeigen, welchen.
Manchmal, so erzählte Diedrich Maslowski gut gelaunt, da werde auch geschlemmt. Silvester zum Beispiel, als vor dem abendlichen Feiern Chinesisches auf den Tisch kam. „Acht, neun verschiedene Gerichte.“
Dann ging‘s zu Tisch. Beim genüsslichen Essen des leckeren Reisfleisch-Gerichtes wurde schnell klar, dass die „IG“ mehr ist als eine reine Koch-Zweckgemeinschaft. Freundschaftlich plauderten die Eheleute über Gott und die Welt. Fast nebenbei wurde da geregelt, wie Cornelia Moritz vom Zahnarzt-Besuch wieder abgeholt wird, wurden Erfahrungen bei der Versicherung der Kinder ausgetauscht. Die Gespräche, so Elisabeth Maslowski, „tun einfach gut“.
Und das nächste Gericht? Elisabeth Maslowski ist am heutigen Donnerstag, 13. Januar, an der Reihe. Es werde „Übersicht aus dem Gefrierschrank“ serviert, lachte sie. Der müsse nämlich abgetaut werden.
