GANDERKESEE - GANDERKESEE - Ein neues (und junges) Gesicht im Bürgerbüro zeigt: Auch die Gemeindeverwaltung Ganderkesee hat zum 1. August neue Auszubildende eingestellt. In diesem Fall ist es die 17-jährige Daniela Kleemann aus Harpstedt, die sich unter 78 Bewerbern um die einzige Ausbildungsstelle für angehende Verwaltungsfachangestellte durchgesetzt hat. Sie hat ihre Ausbildung zusammen mit Insa Wenke aus Berne und Silke Schütte aus Ganderkesee begonnen, die jetzt im Bauhof bzw. im Freibad lernen (siehe Info-Kasten).
Die Gemeindeverwaltung kann mit ihren Einrichtungen wie Freibad, Bibliothek und Bauhof Lehrstellen in fast einem Dutzend Ausbildungsberufen anbieten, stellt aber Jahr für wieder fest, dass sich die Bewerber nur für wenige interessieren. In diesem Jahr gab es 78 Bewerbungen für die Ausbildung zur Verwaltungsangestellten, 17 für eine Ausbildung „Fachangestellten für Bäderbetriebe“ und 27 für eine Lehrstelle als Gärtner. „Für eine Ausbildungsstelle zum Straßenbauer, die speziell auch für Hauptschüler eingerichtet worden ist, interessiert sich niemand“, berichteten Bürgermeister Gerold Sprung und Fachbereichsleiterin Alice Gerken-Klaas gestern. Hier komme der Ausbildungsplatz-Initiative „Zwaig“ und ihrer Informations-Arbeit eine wichtige Funktion zu.
Die Gemeindeverwaltung beschäftigt zurzeit elf Auszubildende in fünf Ausbildungsberufen. Vier „Azubis“ bildet sie zu Verwaltungsfachangestellten aus, eine zur Bibliothekarin („Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste“), zwei zu „Fachangestellten für Bäderbetriebe“, drei zum Gärtner und einen zum „Mechatroniker“ im Bauhof. Die jungen Leute kommen aus allen Schulformen und – einer bewussten Entscheidung der Verwaltung folgend – auch aus Nachbargemeinden, nicht nur aus Ganderkesee. Die Bewerber um Ausbildungsplätze in Verwaltungsberufen müssen sich einem Eignungstest beim „Studieninstitut für kommunale Verwaltung“ in Oldenburg unterziehen, die übrigen werden zu Einstellungsgesprächen eingeladen.
In der eigentlichen Verwaltung erreicht die Gemeinde eine Ausbildungsquote von etwa vier Prozent. „Mehr ist finanziell nicht möglich“, sagt Bürgermeister Sprung – und lässt auch bei seinen Auszubildenden keinen Zweifel daran, dass sie mit einer späteren Übernahme wohl eher nicht rechnen können.
