Ganderkesee - Auf ein aktuelles Naturphänomen machen die Ganderkeseer Landschaftsökologen Klaus und Pia Handke aufmerksam: „Seit Mitte Mai sind bei uns überall ziehende Distelfalter zu beobachten“, teilen sie mit, „an einigen Stellen kann man innerhalb weniger Minuten mehrere Dutzend dieser schnell fliegenden Schmetterlinge beobachten.“
Ursache des gehäuften Auftretens dieser Schmetterlingsart sei eine Massenentwicklung auf der arabischen Halbinsel im vergangenen Winter“, heißt es zur Erklärung. „Die Falter sind über Israel in den Balkan gezogen und haben dort eine neue Generation gebildet, die jetzt nach Mitteleuropa weitergezogen ist.“
Distelfalter sind weltweit verbreitet, kommen hierzulande allerdings nur in manchen Jahren gehäuft vor, da sie die Winter nicht überleben. Die Falter sind leicht an ihrem rasanten Flug und ihrer Färbung zu erkennen: eine Grundfärbung in orange mit schwarzen und weißen Flecken. Wie das Ehepaar Handke erklärt, gehören sie zu den Edelfaltern und sind mit Tagpfauenauge, Kleinem Fuchs und Admiral verwandt. Distelfalter legen ihre Eier an sehr unterschiedlichen Wirtspflanzen wie Disteln, Malven oder Wegwarte ab. Wegen der fehlenden Frosthärte schaffen es in Norddeutschland aber weder Ei noch Raupe oder Falter über den Winter.
