GANDERKESEE - „Einfach nicht zu glauben“ ist für Grünen-Vorstandssprecher Oscar von Ewald, was sich derzeit am „Tatort Rückhaltebecken Im Lekkerland“ abspiele. Im Auftrag der Gemeinde wird Wasser aus dem alten ins neue Becken gepumpt. Die Grünen befürchten, dass Spuren verwischt werden – Spuren, die zur Ermittlung derjenigen führen könnten, die für die „starke Belastung“ des Beckens verantwortlich sind.
Vor diesem Hintergrund haben die Grünen die Gemeinde aufgefordert, „bis zum Abschluss der Aufklärung dieses Umweltskandals jegliche Eingriffe in diesen Bereich“ sofort zu stoppen. So lange die Suche nach den Tätern nicht erfolgreich abgeschlossen worden sei, müsse der Tatort gesichert werden. Auch dürfe die Gemeinde hier nicht mit Steuergeldern finanziell in Vorleistung gehen. Von Ewald verwies darauf, dass ja nach Einschätzung der Gemeinde „keine Gefahr in Verzug sei“ – es bestehe also kein Anlass zur Eile.
Peter Meyer, zuständiger Fachbereichsleiter im Rathaus, sieht das anders. Staatsanwaltschaft bzw. Polizei hätten mitgeteilt, dass die Beprobung des Rückhaltebeckens abgeschlossen sei. Die Staatsanwaltschaft werde im Übrigen laufend über den aktuellen Stand informiert.
Bereits vor einigen Wochen habe man ein erstes Mal das Beckenwasser abgepumpt – um das Beckensediment für eine Beprobung durch das Bremer Umweltinstitut freizulegen (die am 9. November geschah). Allerdings: Mit dem, was die Bremer vorlegten, war man im Rathaus nicht zufrieden. Denn es sei nicht klar geworden, auf welche Weise das Sediment zu entsorgen sei.
Um hier endgültige Klarheit zu gewinnen, will die Verwaltung den Umweltberater Dr. Kasimir Pirwitz (Oyten) mit einer „endgültigen Beprobung“ und „Begleitung der Entsorgungsmaßnahme“ beauftragen. Für Pirwitz ist das Thema nicht neu, er war bereits von der künftigen Eigentümerin des Rückhaltebecken-Grundstücks, der Firma Pries, eingeschaltet worden.
Um die „endgültige Beprobung“ zu ermöglichen, werde das Beckenwasser jetzt erneut abgepumpt, sagte Meyer. Ziel der Gemeinde sei es, den Schlamm dann „möglichst kurzfristig“ zu entnehmen.
Wie bereits berichtet, soll Pirwitz auch bei der Sitzung des Ausschusses für Straßen, Verkehr, Umweltschutz und Landwirtschaft am Mittwoch, 9. Januar (ab 18 Uhr im Rathaus), erste Antworten zu dem Thema vorlegen.
