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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Schnack am Wochenende: Moped, Musik und Mandat

19.01.2019

Ganderkesee Der Rat der Gemeinde Ganderkesee hat seit der letzten Sitzung am 13. Dezember 2018 ein neues Gesicht. Da CDU-Ratsherr Marco Bardeck sein Mandat zurückgab, rückte Manfred Bartsch (52) auf den freigewordenen Platz. „Ich war etwas nervös, als unsere Bürgermeisterin mich vereidigt hat. Dann war es ein tolles Gefühl, als ich am Ratstisch Platz nehmen durfte. Ich freue mich schon jetzt auf die kommenden Aufgaben“, erzählt Manfred Bartsch.

Aber wer ist dieser neue Ratsherr eigentlich? Seine Eltern waren 1961 von Gießen nach Delmenhorst gezogen. Da Sport ja nie schaden kann, stand auf dem Grundstück der Eltern eine Tischtennisplatte. Hier lieferte sich Manfred mit seinen beiden älteren Schwestern, mit Nachbarn oder Freunden so manchen Wettkampf. Ein Nachbar erkannte, dass der kleine Manfred großes Talent für diesen Sport hatte und so nahm er ihn mit zum TuS Hasbergen. Hier spielte er Tischtennis in den Schülermannschaften und später auch bei den Herren. Mehrfach gewann er die Vereinsmeisterschaften. Er spielte danach in mehreren Vereinen – bis heute. Aktuell verstärkt Manfred Bartsch die Tischtennisabteilung des TSV Ganderkesee.

Ich konnte es kaum glauben, als Manfred mir erzählte, dass er als Kind mit einem Sprachfehler zu kämpfen hatte. Dabei hatte er nur einen Wunsch: Er wollte Sportreporter werden. Mit Begeisterung hörte er im Radio die Fußballübertragungen und bewunderte die Reporter. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 schaltete er den Ton ab und kommentierte die Spiele selbst.

Einmal Sprecher bei einer Sportveranstaltung in einem großen Stadion sein, diesen Traum hatte er auch noch als Erwachsener. Durch einen Nachbarn erfuhr Manfred, dass die Stelle des Stadionsprechers beim SV Atlas Delmenhorst vakant sei. „Jetzt oder nie“ war seine Devise und so schickte er eine Bewerbung an die Verantwortlichen. Es sollte klappen: Am 7. Oktober 2012 hatte er seinen ersten Einsatz im Städtischen Stadion Düsternortstraße. „Nach für mich tollen Jahren wurde die Zusammenarbeit im Mai 2017 beendet“, bedauert Manfred Bartsch noch heute. Von Zeit zu Zeit ist er jetzt als Stadionsprecher bei den Handball-A-Junioren der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg im Einsatz.

Da es mit der Karriere als Moderator nicht klappen wollte, musste er sich nach seinem Realschulabschluss einem „normalen“ Beruf zuwenden. Irgendwie kam er zum Beruf des Maschinenschlossers. Sowohl Atlas Weyhausen als auch die Deutsche Bundesbahn hatten Interesse an dem jungen Auszubildenden. Manfred entschied sich für die Bundesbahn.

Während der Ausbildung bekam er vom Leiter des Betriebswerkes den Tipp: Werde doch Lokomotivführer. „Das war ein Job auf Lebenszeit“, freute sich Manfred Bartsch. Er schlug die mittlere Beamtenlaufbahn ein und machte eine Ausbildung zum Lokomotivführer. Im Juni 1988 war es soweit. Wovon viele Kinder träumen: Manfred fuhr alleine seine erste Lok – zunächst im Rangierdienst, später auch bei der Personenbeförderung. Heute ist Manfred für den Güterverkehr eingeteilt. Bei seinen Fahrten ist er ganz alleine unterwegs und das im Schichtdienst. Dieser Schichtdienst und die unregelmäßigen Arbeitszeiten waren auch ein Grund dafür, dass seine Ehe 2009 scheiterte.

Schon 1992 hatte er seine Heimatstadt Delmenhorst in Richtung Bremen verlassen. In Lilienthal hatte er sich mit der Familie ein Eigenheim zugelegt. Die Trennung insbesondere von seinen beiden Jungs Tobias (19) und Fabian (15) war ein harter Einschnitt in seinem Leben. Manfred zog nach Heide in die Gemeinde Ganderkesee und beim Neubürgerempfang ist ihm ein Satz von der Bürgermeisterin Alice Gerken besonders in Erinnerung geblieben: „Ich wünsche mir Neubürger, die Verantwortung übernehmen.“ Dieser Satz hatte ihn so beeindruckt, dass er noch im selben Jahr Mitglied der CDU wurde und sich bei der letzten Kommunalwahl aufstellen ließ. Nur knapp verpasste er den direkten Einzug in den Gemeinderat, stand aber in der Liste der Nachrücker ganz weit oben.

Jetzt hat der Rat nicht nur einen engagierten Politiker, sondern auch einen rasanten Musiker in seinen Reihen. Rasant, weil ein weiteres Hobby von Manfred seine Mopeds und Motorräder sind. Schon in jungen Jahren schraubte er sich sein eigenes Moped zusammen. Heute ist er stolzer Besitzer zweier Mopeds und zweier Motorräder. „Ich pflege meinen kleinen Fuhrpark und fahre mit jedem der vier Zweiräder sehr gerne durch die schöne Gemeinde Ganderkesee.“ Auch die Musik fasziniert Manfred Bartsch – hier gilt seine Vorliebe den Rolling Stones und Bob Dylan. Manfred spielt Mundharmonika und Gitarre. In seiner neuen Wohnung im Ort Ganderkesee stehen gleich zwei Gitarren. Das Spielen auf der Gitarre ist für Manfred Bartsch eine willkommene Ablenkung vom Alltag.

Manfred Bartsch,neuer Ratsherr (CDU) in Ganderkesee

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