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Umgehungsstraße Bürgermeisterin erzürnt: „So kann es nicht gehen“

GANDERKESEE - Die politischen Lager sind sich einig, die Bürger jedoch sind ganz anderer Meinung – auch so kann’s gehen in der Ganderkeseer Kommunalpolitik. So wie am Donnerstagabend im Gemeindeentwicklungsausschuss, als es um die B 212neu und die Umgehungsstraße für Delmenhorst ging: Ein gemeinsames Vorgehen der Nachbarkommunen Ganderkesee und Delmenhorst wurde in der Einwohnerfragestunde immer wieder gefordert – die Stellungnahmen der Fraktionen indes ließen erkennen, dass daran derzeit nicht zu denken ist.

Wie berichtet, lehnt die Gemeinde Ganderkesee eine westliche Umgehung für Delmenhorst kategorisch ab und verlangt, die Möglichkeit einer östlichen Trasse zu prüfen. „Dieser Beschlussvorschlag ist nicht hilfreich, um zu einem Miteinander zu kommen“, kritisierte Martin Clausen von der IG B212neu. Harm Ehlers vom Orts- und Verkehrsverein Schönemoor drückte sich plastischer aus: „Das ist wie in der Sandkiste: Du schmeißt mich mit Sand voll, ich schmeiß’ Dich mit Sand voll!“

Lob für Beschlussvorschlag

Das sieht die Ganderkeseer Politik anders: „Ausgesprochen ausgewogen“ fand etwa Detlev Diepenbrock (SPD) den Beschlussvorschlag, als „schlüssig“ bezeichnete ihn auch Otto Sackmann (FW), „sehr gut“, lobte Peter Schierloh (fraktionslos) und einen „fairen Vorgang“ nannte Konrad Lübbe (FDP) die Prüfung einer Ost-Trasse.

„Delmenhorst erwartet immer, dass wir alles schlucken“, wetterte CDU-Fraktionschef Dietmar Mietrach und erinnerte an den jüngsten Ärger wegen des Gartencenters, das die Nachbarstadt gegen den Willen Ganderkesees durchgedrückt habe. „Und ausgerechnet hier sollen wir zusammenarbeiten“, fragte Mietrach mit Blick auf die Umgehungsstraße.

Kritik wurde auch am Land Bremen laut, das seinen niedersächsischen Nachbarn die B 212neu aufgezwungen habe, und vor allem am Bundesverkehrsministerium: Dass von dort der Delmenhorster Umgehung an allen politischen Ebenen vorbei zu neuer Aktualität verholfen wurde, „ist nicht das Vorgehen einer modernen Demokratie“, zürnte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas. „So kann’s nicht gehen!“ Auf diese Weise nehme die Glaubwürdigkeit der Politik Schaden, die die Bevölkerung stets beruhigt habe: Eine Umgehung werde so schnell nicht gebaut.

Sie müsste auch nicht gebaut werden, wenn es nach Gerken-Klaas geht: „Wir sollten jetzt prüfen, was auf dem vorhandenen Straßennetz möglich ist“, regte die Bürgermeisterin an. Sie setzt auf verkehrslenkende Maßnahmen, besonders in Delmenhorst.

Keine Gemeinsamkeiten

Ob konkrete Gespräche mit der Nachbarstadt in absehbarer Zeit geplant seien, wollte die Delmenhorster CDU-Politikerin Annette Schwarz als Gast wissen. „Wir reden wohl miteinander“, antwortete Gerken-Klaas. Aber eine gemeinsame Position zu finden, sei „zurzeit schwierig“. Hans-Jürgen Hespe (FDP) regte eine Moderation durch den Kommunalverbund an. Darauf Dietmar Mietrach sarkastisch:; „Gott erhalten Ihnen Ihren Glauben!“

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)
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