GANDERKESEE - Braucht die Gemeinde Ganderkesee ein Klimaschutzkonzept, um Energien einzusparen und ihre CO2-Bilanz zu verbessern? Die Mehrheit im Ausschuss für Straßen, Verkehr, Umweltschutz und Landwirtschaft meint: Ja! Gegen die Stimmen von FDP (Marion Daniel/Dr. Marion Böning-Zilkens) und UWG (Peter Schierloh) sprach sich das Gremium in seiner jüngsten Sitzung dafür aus, dass die Gemeinde ein Fachbüro mit der Erstellung eines solchen Konzeptes beauftragt.

Neben dem ökologischen Aspekt führte die Ausschussmehrheit auch ökonomische Argumente ins Feld: Im Zuge einer laufenden Initiative der Bundesregierung werden kommunale Klimaschutzprogramme mit bis zu 80 Prozent der Kosten gefördert. Die Gemeinde müsste nur 20 Prozent selbst finanzieren – wofür im Haushalt 2009 bereits 20 000 Euro eingeplant sind. Ob diese Mittel auch 2010 noch bereit stehen, sei allerdings „nicht absehbar“, gab Karen Becker von der Verwaltung zu bedenken. Auch der Fortbestand der Bundesförderung gilt als ungewiss.

„Mit Bordmitteln“

Aus Sicht der FDP könnte sich die Gemeinde die Kosten für externe Beratung ohnehin sparen: „Natürlich müssen wir etwas tun“, räumte Fraktionschefin Marion Daniel ein, „aber müssen wir dafür denn soviel Geld ausgeben?“ Auch mit „lokalen Bordmitteln“ seien Energieeinsparungen zu erzielen. Beispielhaft berichtete Daniel von einem Kühlschrank „aus den 70er-Jahren“ im Rethorner Jugendzentrum: „Dass der ausgemustert werden muss, kann ich auch ohne Konzept erkennen!“ Peter Schierloh sah’s ähnlich.

Nicht so die beiden großen Fraktionen und die Grünen. Während Dietmar Mietrach (CDU) allerdings noch Skepsis erkennen ließ und konkrete Vorgaben für das Konzept vermisste, stellte sich Hans Mestemacher (SPD) voll und ganz hinter den Vorschlag der Verwaltung: „Es ist höchste Zeit, dass die Gemeinde eine Vorreiterrolle übernimmt.“ Auch Oscar von Ewald (Grüne) mahnte, eine „wichtige Chance“ nicht zu vergeben.

„Alle Dächer nach Süden“

Mestemacher brachte auch schon inhaltliche Ideen ein: Die stärkere Nutzung der Photovoltaik müsse ein vorrangiges Ziel sein – auf öffentlichen wie auf privaten Dächern. Als der SPD-Ratsherr von neuen Baugebieten schwärmte, in denen alle Dächer nach Süden ausgerichtet werden müssten, erntete er allerdings Widerspruch von der CDU: Das klinge ihm „zu sozialistisch“, entgegnete Dietmar Mietrach.

Fachbereichsleiter Peter Meyer kam der kleine politische Disput gerade recht: Auch um solche Fragen zu klären, meinte er, sei ein professionelles Konzept nötig.

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