GANDERKESEE - Ganderkesee/Qua Die Verwaltung der Gemeinde Ganderkesee soll prüfen, ob auf dem Hof des Schulzentrums eine bessere Beleuchtung und eventuell auch eine Videoüberwachungsanlage installiert werden kann. Das hat CDU-Ratsfrau Cindy Klüner jetzt bei Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas beantragt. Ruhestörung und Vandalismus hätten ein Ausmaß angenommen, das Politik und Verwaltung zum Handeln zwinge, so Klüner.

Auf Nachfrage der NWZ stellte die Ratsfrau aber klar, dass sie in der Installation von Lampen und Videokameras keine endgültige Lösung des Problems sehe. „Wir müssen weiter nach Lösungen suchen. Ich habe auch kein Problem damit, wenn Jugendliche sich dort treffen“, so Klüner. „Aber die zerbrochenen Flaschen und den Lärm darf es nicht mehr geben.“ Sie kenne Erfahrungsberichte von Schulen, die mit Videoüberwachung gute Erfahrungen gemacht hätten. „Die Schulhöfe wurden weiter als Treffpunkt genutzt, aber es wurde ruhiger“, so Klüner.

Eher vorsichtig ist die Reaktion der Bürgermeisterin. Vom Grundsatz her wäre eine Videoüberwachung möglich, so Gerken-Klaas. Sie setze aber vorerst auf andere Lösungen und auch bei einem Gespräch mit dem Gemeindeelternrat sei diese Lösung überwiegend abgelehnt worden.

Skeptisch ist auch Gemeindejugendpflegerin Brigitte Balder. „Grundsätzlich bin ich dafür, alles zu versuchen“, sagt sie. „Aber das geht wieder in Richtung Überwachung und Sanktion.“

Im Moment wünscht sich Balder vor allem Zeit, um das Gesamtkonzept der Gemeinde fertig zu entwickeln. Die Diskussion der vergangenen Wochen habe ihre Arbeit erschwert, so Balder. Eigentlich seien nur einige wenige Jugendliche problematisch. Jetzt bemerke sie bei den anderen die Einstellung: „Wir müssen nur Mist bauen, dann bekommen wir unseren Bauwagen.“ Vom Konzept, den Jugendlichen einen Platz im Industriegebiet zur Verfügung zu stellen, hält Balder auch nicht viel. „Jugendliche gehören zu unserer Gesellschaft wie Alte und Kinder und brauchen einen Platz im Ortskern.“

Auch die Vorsitzende des Jugendparlaments, Solveig Backhaus, wünscht sich mehr Zeit. „Es gab das Gespräch mit der Bürgermeisterin und es soll auch weitere Kontakte geben. Wir sollten erst mal abwarten, was dabei rauskommt.“ Natürlich, so Backhaus, müssten auch die Jugendlichen Zugeständnisse machen. In die Videoüberwachung setzt sie wenig Hoffnung. „Die würden dann halt woanders hingehen.“