GANDERKESEE - CDU und FDP haben die 41-Jährige vorgeschlagen. Beim Thema Wirtschaft sieht sie selber Nachholbedarf.

Von Markus Minten

GANDERKESEE - Alice Gerken-Klaas ist eine moderne Frau – Karriere und (Patchwork-)Familie schließen sich bei der 41-Jährigen nicht aus. Die gemeinsame Bürgermeisterkandidatin von CDU und FDP bekennt sich aber auch zu ganz traditionellen Werten: Heimatverbundenheit sei ihr wichtig, sagt die Fachbereichsleiterin bei der Vorstellung ihrer Ziele und Schwerpunkte, wie auch die Förderung der plattdeutschen Sprache.

Mitgebracht hatte die parteilose Kandidatin ihre „Pressemitteilung Nr. 1“. Und die Mutter einer 15-jährigen (Stief-)Tochter gestand, dass für sie „vor eineinhalb Jahren alles neu“ war. Mittlerweile fühle sie sich „gestärkt, weil mit der Aufgabe gewachsen“.

Schwerpunkte ihres Wahlkampfes und ihrer (möglichen) Arbeit sieht sie in den Bereichen Familie, Schule und Wirtschaft – ohne ins Detail zu gehen. Eine familienfreundliche Gemeinde sei gekennzeichnet durch die Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren. Jugendarbeit soll ebenso ihr Thema werden wie ein attraktives Wohnumfeld, bei dem die Naherholung eine große Rolle spiele. „Ich möchte Ganderkesee ein Gesicht geben, mit dem sich die Bürger identifizieren können – in den drei Grundzentren und den Bauerschaften.“

Während sie im Bereich Schule als zuständige Fachbereichsleiterin „seit Jahren zu Hause“ ist, gibt Gerken-Klaas beim Thema Wirtschaft Nachholbedarf zu. Ein „runder Tisch“ könnte „Basis für weitere Maßnahmen sein“.

Auch kritische Themen will sie angehen – ohne sich bei allen schon festgelegt zu haben: Südtangente („Da ist der Abwägungsprozess noch nicht abgeschlossen. Die Verlängerung der Westtangente ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema.“), Flugplatz („Ich stehe dem Flugplatz positiv gegenüber. Er ist aus wirtschaftlicher und Marketing-Sicht wichtig.“) und Startbahnverlängerung („Man kann das eine nicht ohne das andere haben.“)

Als Kandidatin zweier Parteien sieht sich Gerken-Klaas „nicht zwischen den Fronten“. Bei der Themenauswahl und der persönlichen Einschätzung sei sie ungebunden. So zieht sie auch mit einem Logo in den Wahlkampf, das mit dem gelben Vornahmen allenfalls eine Nähe zur FDP vermuten lässt. Ergänzt wird der Schriftzug durch den pinkfarbenen Nachnamen.

Vor einer möglichen Wahl steht noch die offizielle Nominierung durch die beiden Parteien. Die ist für den 8. März geplant. Mit dabei sein werden – wie berichtet – die Fraktionsvorsitzenden von CDU und FDP im Landtag, David McAllister und Philipp Rösler. Am selben Abend folgt um 20 Uhr die Wahlkampfauftaktveranstaltung bei Backenköhler.