GANDERKESEE - Etwas müde schienen die 24 Schüler des Collège St. Jean und ihre jungen Gastgeber von der Realschule Ganderkesee, die am Mittwochmorgen zu einem Empfang ins Ganderkeseer Rathaus gekommen waren. Ob das wohl an den deutschen Betten liege, flachste ein sichtlich amüsierter Vize-Bürgermeister Dieter Osterloh. Doch kaum hatte er an die Getränke-Bar gebeten, war alle Müdigkeit vorbei: Quicklebendig wurde in vielen Gruppen geklönt und gelacht – was zeigte, dass man sich bestens versteht.

Vor einer Woche waren die 24 Jungen und Mädchen des Collège St. Jean aus Ganderkesees französischer Partnerstadt Château-du-Loir für acht Tage nach Ganderkesee gekommen. Seither habe man bereits viel unternommen, berichtete die Lehrerin Sabine Fröhlich, die den Austausch von Seiten der Realschule Ganderkesee betreut. So wurden das Bremer Universum oder ein Erlebnisbad in Tossens besucht, man wanderte im Watt oder unternahm in Gruppen eine Erkundungsrallye durch Bremen.

Was denn am schönsten war? Die 13-jährige Violette Durand fasste es kurz: „Tout“, also „alles“. „Witzig“ fand sie es, barfuß durch das in ihrer Heimat unbekannte Watt zu wandern, „das so klebt“. Erholsam sei, dass man am Nachmittag frei habe. Am Collège sei das anders, da dauere der Unterricht von 8 bis 17.15 Uhr.

Die Verständigung, so berichtete Violettes Gastgeberin Rebecca Westermann, ebenfalls 13, sei anfangs etwas schwierig gewesen. „Mit dem Wörterbuch“ habe man es versucht, auch mit der Zeichensprache. Doch schon ab dem dritten Tag funktionierte die Konversation ohne Hilfsmittel: Rebecca spricht Französisch, Violette Deutsch.

Axelle Laffont, die am Collège Deutsch unterrichtet, hatte anfangs einzelne Schüler etwas zu trösten, die von Heimweh geplagt waren. Doch das sei nach zwei Tagen verflogen. Nur Komplimente hatte sie für die Ganderkeseer Gasteltern: „Offen“ seien sie, „lieb“, und „sie unternehmen viel für uns“.