GANDERKESEE - Die Kälte hat Ganderkesee weiter fest im Griff, es fiel sogar wieder Schnee. Die Folge sind vereiste Straßen und Wege. Der plattgetretene Schnee ist zu Eis geworden und dadurch rutschig wie gefrorene Flächen auf Flüssen und Seen. An Laufen ist da nicht mehr zu denken, nur im Schneckentempo geht es voran, um nicht auszurutschen. Das klappt natürlich nicht immer, vor allem wenn auf Wegen tagelang nicht geräumt wurde und Neuschnee die glatten Flächen verdeckt. Die NWZ hat sich auf die Suche begeben nach gefährlichen Ecken.

Rutschpartie im Ortskern

Im Ortskern von Ganderkesee bei der Kirche St. Cyprian und Cornelius kommt man leicht ins Rutschen. Ähnlich ist es in Schierbrok bei der Grundschule im Bereich der Bushaltestelle. Zu Verletzungen kann es auch in Bookholzberg kommen. Der Parkplatz vor der Friedenskirche ist nicht geräumt, Stürze vorprogrammiert. Und die können schwere Folgen haben.

Brüche und Platzwunden

Die Ärzte in der Gemeinde haben volle Wartezimmer. „Wir haben mehr Patienten mit Brüchen und Platzwunden als sonst. Die Sturzgefahr ist hoch“, sagt Hausarzt Dr. Stefan Heimann. Der Mediziner weist aber auch darauf hin, dass viele gleich ins Krankenhaus fahren. In der Notaufnahme des Klinikums Delmenhorst sind die Ärzte rund um die Uhr beschäftigt.

Patientenzahlen verdoppelt

„Wir behandeln ohne Pause. Die Patientenzahlen sind mehr als doppelt so hoch wie normalerweise. Die häufigsten Verletzungen sind Handgelenks- und Sprungelenksbrüche. Einige Stürze verlaufen aber auch glimpflich, so dass die Betroffenen wieder nach Hause können“, so Jörg Retzlaff, Chef der Unfallchirurgie.

Beim Bauhof ist man sich der Gefahr bewusst. Dietrich Fischbeck vom Kommunalservice Nordwest sagt: „Wir versuchen, Straßen und Wege freizubekommen.“ Einziges Mittel derzeit: Granulat. Das Salz ist aufgebraucht. Fischbeck hofft aber auf eine kurzfristige Lieferung. Die Räumdienste würden mittlerweile auch in Nebenstraßen arbeiten. „Wir hatten bereits über 200 Anrufe wegen gefährlicher Stellen. Die versuchen wir jetzt abzuarbeiten.“

Abstumpfung mit Sand

Parkplätze von Supermärkten stehen nicht auf dem Plan. Das machen private Unternehmen wie die Garten- und Landschaftsbau-Firma Volker Kreye. „Wir haben ordentlich zu tun, um glatte Flächen mit scharfem Sand abzustumpfen“, so Gärtnermeister Thorsten Riedebusch.

Vereist sind auch Schulwege und -höfe. Dieter Beckmann von der Realschule Bookholzberg: „Es werden mehr Schüler gebracht, sonst haben wir das aber im Griff.“ Anders am Ganderkeseer Gymnasium. Der Hartplatz hinter der Schule ist vereist. „Es gab auch schon Stürze mit Verletzungsfolge“, so Direktorin Dr. Renate Richter.