Ganderkesee - Um die Interessen von Menschen mit Behinderung zu vertreten, strebt der Kreisbehindertenrat in allen Gemeinden des Landkreises die Berufung eines ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten oder eines Behindertenbeirats an. Einen entsprechenden Brief hat der Vorsitzende Hans Sperveslage (Wüsting) laut eigener Aussage an die Gemeinden geschickt. Zurück seien unterschiedliche Antworten gekommen, nur aus Ganderkesee kam laut Sperveslage keine. Also schickte er den Antrag erneut.
Der kam laut Verwaltung fast 14 Tage nach der Ankündigung an. Doch aus dem Rathaus kommt kein positives Signal an den Kreisbehindertenrat. Die Interessen von behinderten Menschen in der Gemeinde würden bereits „umfassend und ausreichend vertreten“. Dafür sorgten der Arbeitskreis der Selbsthilfe- und Initiativgruppen (A.S.G.), der Seniorenbeirat und die Behindertenbeauftragte des Landkreises, Rita Rockel.
Das sei laut Sperveslage richtig und vor allem der A.S.G.-Vorsitzenden Doris Josquin zu verdanken. Doch wenn Josquin irgendwann nicht mehr die A.S.G. leiten sollte, könnte der Schwerpunkt verlagert werden, befürchtet er. Was dem Behindertenrat deshalb vorschwebe, sei eine „kontinuierliche Lösung“, so Sperveslage.
In Hatten gibt es mit Ernst Dieter Hoffhenke den ersten ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten im Landkreis, die Verwaltung in Ganderkesee hält die Einrichtung einer solchen Stelle in der Gemeinde für „nicht sinnvoll“. Der Kreisbehindertenrat versucht für seinen Plan nun die Ratsfraktionen zu gewinnen, sagt Hoffhenke, der 2. Vorsitzender des Kreisbehindertenrats ist. Zu einem Treffen kamen vor gut zwei Wochen Vertreter von Freien Wählern, SPD und FDP, dazu Mitglieder des A.S.G. und des Seniorenbeirates. Die eingeladenen Vertreter der Gemeinde waren verhindert.
