Hollen/Huntlosen/Landkreis - Es ist Donnerstag, der letzte „richtige“ Schultag vor den Weihnachtsferien. Und im Eingangsbereich des Regionalen Umweltzentrums (RUZ) Hollen stehen trotzdem zahlreiche Winterschuhe von Kindern, dicke Jacken hängen darüber. „Wir haben sogar heute noch eine Klasse hier“, sagt RUZ-Leiterin Marina Becker-Kückens. „Wir hatten ein sehr gutes Jahr.“
In 2017 konnte die Zahl der Schulklassen, die an einer Veranstaltung oder an einem Projekt des Umweltzentrums teilgenommen haben, weiter gesteigert werden.
Aus dem Landkreis besuchten insgesamt 171 (Standort Hollen) bzw. 149 (Standort Huntlosen) Klassen das Umweltzentrum oder nahmen an einer AG an der eigenen Schule teil. Im Vorjahr waren es 151 (Hollen) und 142 (Huntlosen).
Aus Delmenhorst nutzten im vergangenen Jahr 265 Klassen das Angebot des RUZ. Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (217).
Gerade durch das Projekt „Wirf mich nicht weg“, das bundesweit unterwegs ist, lernten auch viele Klassen außerhalb des Einzugsgebiets das RUZ kennen: 73 waren es insgesamt, ähnlich wie in 2016 (72).
Vor allem Grundschulen nutzen die Angebote des Umweltzentrums. Thematisch beschäftigten sich die meisten Veranstaltungen mit dem Thema Ernährung/Landwirtschaft (39 %), gefolgt von Energie (23 %) und Naturwissenschaft (11 %). Vor allem in Huntlosen schlagen derweil die Kurse zu den Themen Wald und Natur zu Buche (11 %).
Hinzu kommen andere Gruppen, die das RUZ besuchen, oder Veranstaltungen. Auch hier konnte die Gesamtzahl von 120 (2016) auf 143 erhöht werden.
Die Zahl der Mitarbeiter ist ungefähr konstant, es konnten aber mehr Projektmitarbeiter beschäftigt werden.
Eigentlich sagt das Team vom Umweltzentrum immer bei der Vorstellung der Jahresbilanz, dass man an den Grenzen des Leistbaren angelangt sei. „Das ist schon eine Art Running-Gag“, sagt Mitarbeiter Martin Brinkmann. „Aber irgendwie schaffen wir doch immer noch ein bisschen mehr.“ Und so auch in diesem Jahr: Mehr Schulklassen, mehr Veranstaltungen (siehe Infobox). „Es waren so ungefähr 650 Veranstaltungen“, sagt Marina Becker-Kückens bei der Vorstellung der Jahresbilanz.
Und sicher wäre noch mehr möglich gewesen, aber man stoße bei den Räumlichkeiten an die Kapazitätsgrenzen. „Bei vielen Schulen sind wir mittlerweile fest im Jahresplan vorgesehen“, so Becker-Kückens. Eine Entwicklung, die sich das RUZ seit 20 Jahren immer wieder erarbeitet. Man bleibe nicht stehen, sondern entwickle auch bestehende Angebote immer weiter fort. „Und natürlich schaffen wir auch immer neue Projekte“, sagt die Leiterin. Zudem habe man die Öffentlichkeitsarbeit weiter ausgebaut: Neben der Homepage gibt es nun auch eine Facebook-Seite sowie zwei Filme auf der Videoplattform YouTube.
Und dieses Engagement zeigt nicht nur in der Region, sondern auch weit darüber hinaus Wirkung: Im April wurde das Team für das Projekt „Wirf mich nicht weg“ ausgezeichnet, im September war das RUZ beim Bürgerfest des Bundespräsidenten zu Gast und jüngst zeichnete die Unesco das Umweltzentrum mit einem Preis für „Bildung: Nachhaltige Entwicklung“ aus (die NWZ berichtete jeweils). „Das macht das Jahr für uns natürlich nochmal besonders“, sagt Marina Becker-Kückens.
Aber auch ein neues Projekt hat gerade die letzte Phase erreicht: „WertSchätze Regionale Lebensmittel“. Projektleiterin Katja Wessolowski hat im Zuge der Projektarbeit unter anderem ein kleines Handbuch über Lebensmittel aus der Region entworfen. Neben Vorstellungen verschiedener Obst- und Gemüsesorten beinhaltet das Handbuch auch einen Saisonkalender sowie Bezugsquellen wie Hofverkäufe.
Das Handbuch ist frisch erschienen und steht zum Download auf der Internetseite des Umweltzentrums zur Verfügung, kann aber auch gedruckt für eine Versandkostenpauschale von 5 Euro beim RUZ bestellt werden.
