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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Kinder lernen spielend Deutsch

17.10.2019

Hollen Wenn Schüler während der Ferien lernen und dabei auch noch Spaß haben, dann scheint eine besondere Form von Unterricht im Spiel zu sein. Und vielleicht merken die Kinder auch gar nicht, dass sie gerade lernen – weil sie miteinander kochen, ernten, basteln, toben, spielen, trommeln oder auch Apfelsaft pressen, auf Schatzsuche gehen oder einen Bauernhof besuchen.

So sieht handlungsorientiertes Sprachlernen aus, wie es in dieser Woche – zum fünften Mal – beim Feriensprachcamp im Regionalen Umweltbildungszentrum (RUZ) Hollen erfolgt. 24 Erst- und Zweitklässler aus allen sechs Grundschulen des Ganderkeseer Gemeindegebiets lernen dort die deutsche Sprache – aber nicht im Klassenraum.

Angestoßen wurde diese besondere Form des Sprachlernens seinerzeit von der Bürgerstiftung Ganderkesee, die das Feriencamp weiterhin mit organisiert. Betreut werden die Sechs- bis Neunjährigen, die aus sieben unterschiedlichen Herkunftsländern stammen, von einem 18-köpfigen Team von Freiwilligendienstleistenden des RUZ, Pädagogen, Lehramtsstudenten und Ehrenamtlichen.

„Von außen sieht es aus, als würden die Kinder hier fünf Tage lang von 9 bis 15.30 Uhr spielen“, sagt Astrid Fuchs von der Bürgerstiftung, die selbst vier Jahrzehnte lang als Grundschullehrerin tätig war. Tatsächlich passiere aber weitaus mehr. Unsichtbar sei auch der riesige Organisationsaufwand, der hinter dem Feriensprachcamp steht. Die erste Herausforderung:  den Eltern der Kinder, die kein Deutsch verstünden, den Nutzen des Angebots deutlich zu machen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Deutlich einfacher sei der Zugang zu den Familien, deren ältere Kinder bereits in früheren Jahren am Camp teilgenommen haben, sagt RUZ-Mitarbeiterin Claudia Kay, bei der alle Fäden zusammenlaufen.

Auch logistische Hürden gilt es zu nehmen: „In den Ferien fährt kein Schulbus, der die Kinder zum RUZ bringen könnte “, macht Astrid Fuchs deutlich. Dankenswerterweise würden der Bürgerbus und der Reisedienst Thiemann die Fahrten übernehmen. Finanzielle Unterstützung kommt von der Postcode-Lotterie, der EWE-Stiftung, dem Lions Club Delmenhorst sowie von Landkreis und Gemeinde.

Dass nicht nur die Camp-Teilnehmer profitieren, sondern auch die Betreuer, betont die Sprachwissenschaftlerin Bettina Schirdewahn, die an der Grundschule Bookholzberg tätig ist. „Die Erwartungen an Zweitsprachlerner werden oft zu hochgeschraubt“, weiß sie. Daher seien die Erfahrungen für den weiteren Weg der Lehramtsanwärter von großem Wert.

Während Sprachcamps bundesweit angeboten werden, besetzt das Ganderkeseer Projekt mit seinem Fokus auf Umweltbildung eine Nische. „Das Potenzial, das hier entsteht, wird uns in Ganderkesee langfristig sehr helfen“, ist Klaus Fuchs vom Vorstand der Bürgerstiftung überzeugt. „Das ist ein Pfund, mit dem die Gemeinde wuchern kann.“
 Am Samstag, 19. Oktober, endet das Camp mit einem Abschlussfest, zu dem auch die Familien der Kinder und die Öffentlichkeit eingeladen sind. Beginn ist um 10 Uhr.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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