• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Wenn 16 Zentimeter zum Problem werden

12.07.2018

Hoykenkamp Eigentlich will Benny Wachtel in zwei Jahren fertig sein. Aber ein 52 Jahre alter Bus ist eben kein D-Zug – und Benny Wachtel (noch) kein ausgewiesener Experte, was die Sanierung von Oldtimern angeht Doch sein Ziel hat der 41-Jährige fest im Blick: Sein etwas in die Jahre gekommener roter Doppeldecker-Bus soll in neuem Glanz erstrahlen und nachher als Werbeträger, bei Events oder vielleicht sogar als Foodtruck zum Einsatz kommen.

Seit dem 16. Juni steht der englische „Bristol Lodekka“, Baujahr 1966, vor dem Getränkemarkt von Familie Wachtel an der Schierbroker Straße in Hoykenkamp. Bis 1984 war er als Überlandbus in Cambridge im Einsatz – als einer der letzten seiner Art. Etwa 750 der Oldtimer seien heute noch unterwegs, hat Benny Wachtel recherchiert, circa 40 in Deutschland. Erworben hat Wachtel den Bus von dem Franzosen Franck Sirach. Der überführte den Bus 1600 Kilometer aus der Nähe von Toulouse bis nach Hoykenkamp. Zweieinhalb Tage benötigte er dafür.

Motor hält seit 52 Jahren

Allzu komfortabel dürfte die Tour auf dem spartanischen Fahrersitz nicht gewesen sein: Gerade einmal 150 PS hat der alte Sechszylinder-Dieselmotor des Herstellers Gardner. Er befindet sich im Originalzustand. 8,3 Tonnen wiegt der Bristol. „Er schafft etwa 70 km/h“, sagt Wachtel, der schon vor 20 Jahren beinahe zum Busbesitzer geworden wäre.

Ursprünglich hatte er einen Leyland-Bus, Baujahr 1951, gekauft – also einen jener charakteristischen roten Doppeldecker, die durch London rollen. Doch der Verkäufer hielt sich nicht an die Absprachen und somit wurde das Fahrzeug nie überführt. 2000 DM hatte der stark angeschlagene Leyland damals kosten sollen – „der wäre heute ein Vielfaches wert“, weiß Benny Wachtel.

Für den Bristol, den er vor einigen Monaten auf einer englischen Verkaufsplattform im Internet entdeckte, musste er sehr viel mehr hinblättern. Er geht davon aus, dass er bis zum Ende der Restaurierung rund 100 000 Euro investiert haben wird. Doch das ist ihm der Spaß wert – schließlich hat er das „Schrauber-Gen“ seines im März verstorbenen Vaters geerbt. Der hatte im großen Stil DKW-Motorräder restauriert und gesammelt. Von den Club-Freunden des Vaters erhofft sich Benny Wachtel sachkundige Unterstützung bei seinem Vorhaben. Auch auf die Unterstützung von Fachbetrieben werde er zurückgreifen, sagt der 41-Jährige realistisch.

Wie es mit der Sanierung vorangeht, hängt vorerst vor allem von einem Termin ab: „Ich muss zum TÜV, um zu erfahren, was ich alles verändern und reparieren muss“, sagt Wachtel. Doch das Gefährt dort hinzubekommen, gestaltet sich schwierig. Mit 4,16 Metern Höhe darf der Bus nämlich in Deutschland überhaupt nicht fahren – er ist 16 Zentimeter zu hoch. Wachtel überlegt nun, ihn entweder tiefer zu legen oder das Dach abzusenken, indem er in der Mitte einen „Ring“ aus dem Alublech herausschneidet.

Noch keine Zulassung

Die TÜV-Plakette wiederum ist Voraussetzung für die Zulassung des Busses. Noch sind daran die englischen Kennzeichen montiert, mit denen der Vorbesitzer als Inhaber eines englischen Unternehmens in Frankreich Partygäste chauffierte.

Bereut hat Benny Wachtel seine Entscheidung für den Bristol trotz aller sich stellenden Herausforderungen keine Sekunde: „Mir war das ja alles vorher klar“, sagt der Oldtimer-Enthusiast.

Karoline Schulz
Redakteurin, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2745
Finden Sie Ihr Traumauto auf NWZ-Auto.de!

NWZ-Auto.de
Finden Sie Ihr Traumauto auf NWZ-Auto.de!

Weitere Nachrichten:

Leyland | TÜV

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.