IMMER - Stürmisch feierte Ganderkesees Narrenvolk den Saisonbeginn. Bei Thommi Baake blieb kein Auge trocken.

Von Karsten Kolloge

IMMER - Donnergrollen, Schreie in der Ferne, Nebel, schweigsam hereinstapfende Gardetänzer – mysteriös mutete an, was sich am Sonnabend um 19 Uhr auf Wittes Bühne abspielte. Doch was dann folgte, riss die 380 Gäste von den Sitzen: viel Situationskomik, eine witzige Büttenrede mit Biss, tolle Tanz- und Musikdarbietungen. Die Neuentdeckung des Abends: Hessen-Import Thommi Baake.

Als wäre er unter lauter Bekannten, flanierte Comedy-Mann Baake in seinem großgemusterten roten Anzug durch die Reihen, pikte hier, schäkerte da, umarmte die 42-jährige Bürgermeisterin („wir kennen uns seit 50 Jahren. Sie 25, ich 25“). „Alice“, so erklärte er dem lachenden Publikum, sei ja trotz eines wichtigen Ortstermins in Habbrügge gekommen: „Da löst sich der Kaninchenzuchtverein auf, sie essen den letzten falschen Hasen.“

Mit Gaumenfreuden hatte sich zuvor schon Schreiberling Hergen Schelling befasst. Süffisant nahm er sich die Kommunalwahl vor, schaute auch nach Delmenhorst, wo mit Patrick de la Lanne offenbar ein Franzose zum Rathaus-Chef wurde: „Wir kennen die Franzosen doch, der ist bestimmt ein toller Koch. Und dies Talent, das braucht er schnell – er hat demnächst ja ein Hotel.“ Respekt zollte der Schreiberling einem anderen umtriebigen Wahlkämpfer: „Ob Rethorn, Bürstel oder Immer: Frank Eger fehlte nie und nimmer.“

Als dann die Büttenabendsänger Inga Jamry, Sina Ennenbach, Alex Moje, Oliver Grube, Michael Pleus, Dennis Neumann und Tim Intemann das Mikro übernahmen, sang auch der Saal mit – und war am Ende kaum zu bremsen. Als Überraschungsgast schaute Markus Weise alias Brisko Schneider herein. Unter schallendem Gelächter machte er Ex-Prinz Peter Abel (Forellen-Abel) eine zärtliche Liebeserklärung: „Peter, ich will ’nen Fisch von dir.“

Gewohnt witzig und charmant führte Moderator Dirk Wieting durchs Programm. Er hatte gleich zu Beginn gewettet, nach 90 Minuten den Stab an Zeremonienmeister Klaus Meyer weiterzugeben. Falls er das nicht schaffe, wolle er Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas an einem Abend chauffieren. Falls doch, werde GGV-Präsident Uwe Meyer am Steuer sitzen. Der frotzelnde Kommentar von Gerken-Klaas: Das sei ja „die Wahl zwischen Not und Elend.“