Ganderkesee - Ganderkesee braucht dringend mehr Krippengruppen: 80 Betreuungsplätze für Kleinkinder stehen im Ort derzeit zur Verfügung, mehr als 100 wären nach Berechnung der Verwaltung indes erforderlich, um bei aktuell rund 260 Ein- bis Dreijährigen die Betreuungsquote von 35 bis 40 Prozent zu erfüllen. Politik und Verwaltung haben den Bedarf erkannt, nun geht es um die Frage, wo und wie die Gemeinde den Anforderungen gerecht wird.

In einer ausführlich erläuterten Beschlussvorlage, die an diesem Donnerstag dem Ausschuss für Soziales und Gesellschaft zur Beratung vorliegt, werden zunächst drei Schritte empfohlen:  die Umwandlung einer Kindergarten- in eine Krippengruppe im Jona-Kindergarten am Marderweg,  ein Vorentwurf für den Neubau einer Kindertagesstätte mit einer Kindergarten- und ein bis zwei Krippengruppen auf einer Grünfläche an der Ecke Habbrügger Weg/Tilsiter Weg (gegenüber vom Schützenhof) und die Kostenprüfung für einen Krippenanbau mit Mehrzweckraum am Montessori-Kinderhaus an der Adelheider Straße.

Letzteres geht auf einen Antrag der FDP zurück. Die Liberalen hatten außerdem die sogenannte „Köhler-Wiese“ im Eckbereich von Bergedorfer Straße und Bahnlinie als Platz für eine neue Kindertagesstätte ins Spiel gebracht. Diese Idee sieht die Verwaltung wegen der Kosten und der zeitintensiven Umsetzung eher kritisch. Wenig Chancen auf Realisierung hätten auch mögliche Neubauten westlich vom Baugebiet Urneburger Feld oder an der Ecke Brüninger Weg/Oldenburger Straße – beide wären zu ortsfern.

Anträge liegen ebenso von den Freien Wählern und von Ratsherr Christian Marbach (UWG/Marbach) vor: Beide wünschen sich einen Standort nördlich der Bahnlinie, um einen bisher unterversorgten Bereich des Ortes abzudecken. Die Verwaltung appelliert im Übrigen, bei der Schaffung neuer Krippenplätze unbedingt eine Anbindung an Kindergartengruppen zu berücksichtigen. Die Ausschusssitzung im Rathaus beginnt um 18 Uhr.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)