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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Hier werden alle Schäfchen gut betreut

08.07.2019

GANDERKESEE – Im Einzugsbereich einer Kirche ist viel zu organisieren: Trauungen, Taufen, Konfirmanden und mehr. Wer aber sind die Menschen, die dafür sorgen, dass all diese Dinge funktionieren? Die NWZ blickt in einer Serie hinter die Kulissen der Kirchengemeinde Ganderkesee.

Weltbeste Kolleginnen

Für viele Besucher im Kirchenbüro am Ring dürfte sie die erste Gesprächspartnerin sein: Adelheid Hendrian. „Wir sind hier die Zentrale“, sagt sie. „Unser Büro ist immer auf und die Leute kommen als erstes zu uns.“ Dabei gehe es nicht immer nur um Verwaltungsfragen, wie sie erklärt: „Manche suchen auch einfach Rat oder brauchen Trost.“

Seit 19 Jahren ist die Kirchenbürosekretärin bereits dabei und hat viel erlebt. „Mich kann hier nichts mehr schocken“, sagt sie und lacht. Vor einigen Jahren, als das Büro donnerstags noch länger geöffnet hatte, stand um 18 Uhr plötzlich ein Brautpaar vor ihr, erinnert sich Hendrian. „Da gab es wohl ein Missverständnis mit dem Pastor in Bookholzberg, der dort auf das Paar wartete.“ Nach einigem Telefonieren musste dann alles sehr schnell gehen in Ganderkesee. „Ich hatte vorher noch nie Küsterdienst“, so die 61-Jährige, „aber an dem dem Tag habe ich hier alles gemacht.“

„Heidi ist unsere gute Seele des Hauses, die kriegt alles hin“, bestätigt Nathalie Münster. Die 31-Jährige ist Auszubildende im Bereich Büromanagement. Dass sie jetzt im Ganderkeseer Kirchenbüro arbeitet, hatte sie nicht geplant. „Ich habe einen Selbstfindungskurs beim Jobcenter gemacht und hier als AGH-Kraft angefangen“, erzählt Münster, „dann ging das alles sehr schnell.“ Mittlerweile in ihrem zweiten Ausbildungsjahr, fühlt sie sich sehr wohl. „Ich habe die besten Kolleginnen der Welt. Nach meiner Ausbildung würde ich gerne hier bleiben.“

Die täglichen Aufgaben sind vielfältig, bestätigten Hendrian und Münster. „Wir machen alles, außer den Friedhof – Jubiläen, Taufen, Trauungen, Veranstaltungen, einfach alles“, zählt Hendrian auf.

Arbeit mit Abwechslung

Rund 13 200 Mitglieder hat die Kirchengemeinde Ganderkesee derzeit. „Das sind unsere Schäfchen, die wir betreuen“, sagt Hendrian . Die verschiedenen Herausforderungen empfindet sie als einen positiven Aspekt der Arbeit. „Es macht alles Spaß, eben weil es so abwechslungsreich ist.“ Das sieht auch Münster so: „Bevor ich angefangen habe, dachte ich nicht, dass hinter dieser Arbeit so viel verschiedenes steckt.“

Die enorme Abwechslung in der täglichen Arbeit stellt auch Monika Sanders heraus. Sie ist die dritte Kraft im Zimmer und vor allem für Finanzen zuständig. „Ich mache alles, was mit Geld zu tun hat“, sagt sie, „von Beiträgen der Konfirmanden bis hin zu Versicherungssachen wie etwa Sturmschäden.“ Die eigentliche Buchhaltung geschehe zwar in der Dienststelle in Delmenhorst, dafür müsse aber stets viel vorbereitet werden. Da sie derzeit weniger als eine halbe Stelle in Ganderkesee hat, arbeitet sie seit einem Jahr in Delmenhorst zusätzlich als Buchhalterin. „Das ist für beide Seiten ganz gut, weil ich da über den Tellerrand gucken kann“, findet Sanders.

Abläufe verändern sich

Mittlerweile ist sie Veteranin im Ganderkeseer Kirchenbüro. „Ich habe vor 29 Jahren angefangen“, rechnet Sanders nach. Es sei schon verrückt, was in der Zeit alles passiert sei – aktuell mache ihr die neue Datenschutzverordnung zu schaffen. „Das ist alles so kompliziert geworden.“ Dennoch mag sie ihre Arbeit sehr: „Es wird hier nie langweilig, es gibt immer noch etwas Neues, wo ich die Antworten nachgucken muss.“

Eine Veränderung von Abläufen in der Verwaltung beobachtet auch Adelheid Hendrian. „Früher haben wir Plakate für Abendmusik selber gemacht“, sagt sie. „Der alte Organist Peter Elgeti hat das Programm per Hand aufgeschrieben, ich habe es abgetippt und ihn Korrekturlesen lassen. Dann haben wir alles hier kopiert.“ Mittlerweile würden fertige Plakate aus einer Druckerei geliefert.

Auch die Kommunikation verlagere sich, Emails verdrängen althergebrachte Briefe immer mehr. „Geburtstagsgrüße schicken wir aber noch per Post“, weiß Hendrian. Ein paar Mal im Jahr fielen ganze Stapel von Briefen an, für einen Jugendgottesdienst im Juni waren es gleich 220 Exemplare, „aber sowas ist eine Ausnahme.“ Der Rückgang des klassischen Briefeschreibens bedeute allerdings keine Erleichterung im Kirchenbüro. „Weniger Arbeit haben wir insgesamt nicht“, erklärt Hendrian.

Die Kolleginnen greifen sich dabei jedoch so gut es geht gegenseitig unter die Arme. „Als ich jetzt aus dem Urlaub zurückkam, war mein Arbeitsstapel gar nicht so schlimm, wie ich dachte“, freute sich Sanders. In der Ganderkeseer Kirchengemeinde werden eben alle Schäfchen gut betreut.

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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