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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Leidenschaft fürs Dorf

07.10.2017

In der kleinen Ortschaft Bookhorn gibt es den eingetragenen Verein „Dorfgemeinschaft Bookhorn“ – und hier ist der Name Programm: Bookhorn ist etwas Besonderes. So treffen sich jedes Jahr etwa 100 Dorfbewohner zur Kohlfahrt, und das schon seit fast 70 Jahren. Sie leben nach dem Motto: „Bookhorn macht Spaß“. Carsten Busch (52), Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, kann das nur bestätigen, obwohl er „erst“ seit 17 Jahren Bookhorner ist.

Die ersten Lebensjahre verbrachte Carsten in Schierbrok. Zu gerne war er im Stenumer Holz oder auch auf dem Bauernhof in der Nachbarschaft. Seiner Mutter im Gemüsegarten zu helfen, gehörte ebenfalls zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Hauptsache draußen sein in der Natur. Umso größer war die Umstellung, als die Eltern aus beruflichen Gründen nach Delmenhorst und dort in ein Hochhaus zogen. „Vom Land in die Stadt, das war schon schwierig. Ganz besonders mit den gleichaltrigen Kids“, erinnert sich Carsten noch genau.

Schon in Schierbrok hatte er eine weitere Leidenschaft für sich entdeckt: Zu gerne schraubte Carsten das Werkzeug seines Vaters oder die Fahrräder auseinander, aber mit dem Zusammensetzen wollte es anschließend oft nicht klappen. „Nicht nur einmal hat mein Vater mit mir geschimpft, wenn er etwas benutzen wollte und ich hatte es in alle Einzelteile zerlegt“, schmunzelt Carsten. Sein Vater war froh, dass nicht auch noch seine anderen drei Söhne dieses Hobby hatten.

Später, als Carsten sein eigenes Mofa hatte, baute er es aus Spaß auseinander und dann wieder zusammen. Dabei stoppte er die Zeit. Zuletzt ging es so schnell, dass er fast bei „Wetten dass…?“ hätte auftreten können.

Sein großer Berufswunsch war dann auch Kfz-Schlosser, allerdings gab es gerade nach seinem Schulabschluss wenige Ausbildungsplätze. So legte Carsten zunächst ein Berufsgrundbildungsjahr und anschließend ein sogenanntes Vorbereitungsjahr ab. Während dieser Zeit absolvierte er unter anderem ein Praktikum beim Autohaus Oberheide in Delmenhorst. Hier wurde sein Talent erkannt und er bekam den ersehnten Ausbildungsvertrag, allerdings als Kfz-Elektriker.

Da Oberheide nach der Ausbildung keine Stelle für Carsten hatte, kümmerte sich der Chef persönlich darum, dass er woanders einen geeigneten Arbeitsplatz bekam. Dieser wurde bei Atlas Weyhausen in Ganderkesee gefunden – und das für eine lange Zeit. Fast 25 Jahre war Carsten dort beschäftigt und machte während dieser Zeit in Abendkursen seinen Industriemeister in der Fachrichtung „Mechatronik“. „Mit 42 Jahren noch wieder die Schulbank drücken und das nach Feierabend, das war alles andere als einfach“, gibt Carsten zu. Gerne hätte er bei Atlas Weyhausen noch sein 25-jähriges Dienstjubiläum gefeiert, aber durch Umstrukturierungen im Betrieb kam Carsten an einen Arbeitsplatz, der so gar nicht seinen Fähigkeiten entsprach.

Seit November 2011 ist er nun bei der Firma Hydrotec in Wildeshausen und dort Leiter der Qualitätssicherung. Obwohl er hier sehr zufrieden ist, denkt Carsten auch noch gerne an die Zeit bei Atlas Weyhausen zurück. Indirekt hat er der Firma und der Pünktlichkeit der Deutschen Bundesbahn sein privates Glück zu verdanken. Ein Arbeitskollege feierte Polterabend, allerdings war Carsten an diesem Tag beruflich unterwegs. „Hätte der Zug Verspätung gehabt, wäre ich unter Umständen nicht mehr zum Polterabend gegangen“, erzählt Carsten mir. Das wäre nicht gut gewesen, denn auf diesem Polterabend lernte er seine Sabine kennen. Bis es 1999 zur Hochzeit kam, dauert es noch etwas, denn Carsten musste ja noch sein Versprechen einlösen: „Ich werde an meinem 30. Geburtstag den Marktplatz in Delmenhorst als Junggeselle fegen.“

Mit dem neuen Jahrtausend zog das junge Ehepaar Busch nach Bookhorn. Zunächst zur Miete, aber da beiden die Umgebung und vor allem die tolle Nachbarschaft „Am Hackkamp“ so gut gefielen, erwarben sie dieses Haus. „Wir wollten hier unbedingt bleiben“, schwärmen Sabine und Carsten Busch. Beide waren schon aktiv in der Bookhorner Dorfgemeinschaft, bis man „Buschi“, wie er auch liebevoll genannt wird, im März 2011 zum neuen Vorsitzenden wählte.

Erfahrung mit der Vereinsführung hatte Carsten schon bei der GTG (Geländewagen-Trial-Gemeinschaft) Weserland als 2. Vorsitzender gesammelt. Der Verein veranstaltet Geschicklichkeitsfahrten mit Geländewagen. Dieses Hobby hat Carsten inzwischen aufgegeben, aber einmal im Jahr fährt er mit seinem Motorrad, einer Ducati 900 SL Superlight, zum Sachsenring, um sich dort Motorradrennen live anzuschauen. Dieses Spektakel lässt er sich nicht entgehen. Aber er freut sich auch immer auf den Moment, wenn er auf der Rückfahrt das Ortsschild Bookhorn sieht.

Carsten Busch,Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Bookhorn

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