Ganderkesee/Harpstedt - Noch vor dem Abschluss des laufenden Planfeststellungsverfahrens für die 380 kV-Leitung von Ganderkesee nach St. Hülfe solle sich Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) ein Bild von der Situation vor Ort machen – und auch von der „drastischen Betroffenheit“ der Anrainer. Das will die Arbeitsgruppe gegen Elektrosmog Ganderkesee erreichen. „Es geht vor allem um die Fragestellung: Wie steht Ihr Ressort zur geforderten Erdverkabelung?“, schrieb Sprecher Gerd von Seggern in einer Einladung an den Minister. Von Seggern argumentierte, dass noch immer „dusselige Planungen“ im Gespräch seien, „wonach eine kurze Untererdstrecke unterbrochen werden soll mit einer Freileitung.“

Unterdessen meldet der SPD-Landtagsabgeordnete Axel Brammer, dass die Bürgermeister der durch die Leitung betroffenen Kommunen voraussichtlich während der Zeit der Landtags-Plenarsitzungen im Juli zu einem Gespräch mit Wenzel eingeladen würden. Das habe er im Umweltministerium erfahren.

Die Bürgermeister hätten sich mit einem Terminwunsch bereits im April in Hannover gemeldet, allerdings im Wirtschaftsministerium, das hier nicht zuständig sei. Das Wirtschaftsministerium habe das Anliegen an das Landwirtschaftsministerium weitergeleitet (das aber auch nicht zuständig sei). Mittlerweile liege die Bitte dem Umweltminister vor.