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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Ins Meer besser nur mit „Silber“

25.01.2020
Frage: Frau Eggers, die Anforderungen der Schwimmabzeichen sind, vor allem für Bronze, etwas anspruchsvoller geworden. Schlagen Sie bei der DLRG jetzt die Hände über dem Kopf zusammen?
Eggers: Nein, absolut nicht. Die Anforderungen sind höher geworden, aber wir werden weiterhin ganz in Ruhe mit den Kindern trainieren und sie für die Abzeichen fit machen. Insbesondere beim Seepferdchen ist es wichtig, den Kindern so viel Zeit zu geben, wie sie benötigen. Das Kindeswohl steht an erster Stelle. Wir wollen keine Ängste vor dem Schwimmen provozieren. Unser Ziel ist und bleibt: den Kindern sicheres Schwimmen beizubringen. Und daran arbeiten wir – erst einmal unabhängig davon, wie die Bedingungen für die Abzeichen aussehen. Die Kinder werden langsam an die genauen Anforderungen herangeführt.
Frage: Welche Veränderungen sehen Sie kritisch?

Die wichtigsten Änderungen bei den Schwimmabzeichen

Nach 43 Jahren ist die Prüfungsordnung für die Deutschen Schwimmabzeichen reformiert worden. Seit dem 1. Januar 2020 gelten die Änderungen. Aus dem „Deutschen Jugend-Schwimmpass“ wurde der „Deutsche Schwimmpass“, der für Kinder und Erwachsene gleichermaßen gilt.

In einigen Punkten sind die Anforderungen erhöht, in anderen gelockert worden. Hier die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Seepferdchen: Beim Einsteigerabzeichen darf jetzt in Bauch- oder Rückenlage geschwommen werden. In in Bauchlage muss ins Wasser ausgeatmet werden. Der Sprung vom Beckenrand und die 25 Meter Schwimmen müssen in einer Abfolge stattfinden. Zudem müssen die Prüflinge die Baderegeln beherrschen.

Bronze: Der Sprung vom Rand muss kopfwärts erfolgen. Danach wird 15 Minuten und mindestens 200 Meter weit geschwommen (bisher: 200 Meter in maximal 15 Minuten). Bauch- und Rückenlage sind gefordert (bisher: beliebiger Stil). Der Sprung aus einem Meter Höhe muss jetzt als Paketsprung erfolgen.

Silber: 20 Minuten Dauerschwimmen – wobei mindestens 400 Meter zurückzulegen sind (bisher: 400 Meter in maximal 25 Minuten), davon 300 Meter in Bauch-, 100 in Rückenlage oder umgekehrt. Statt eines Sprungs vom „Dreier“ sind zwei Sprünge vom „Einer“ möglich.

Gold: 30 Minuten Schwimmen über mindestens 800 Meter (bisher: 600 Meter in höchstens 24 Minuten), davon 650 Meter in Bauch- und 150 Meter in Rückenlage oder umgekehrt). 50 Meter Brustschwimmen in maximal 75 Sekunden (bisher: 70 Sekunden), zehn Meter Streckentauchen ohne Abstoß (bisher: 15 Meter mit Abstoß).

Eggers: Schwierig finde ich, dass jetzt für alle Abzeichen Kenntnis der Baderegeln verlangt wird. Beim Seepferdchen sind die Kinder bei uns fünf oder sechs Jahre alt, in anderen Vereinen sogar noch jünger. Aber wir versuchen, diese Inhalte spielerisch rüberzubringen und an den Entwicklungsstand angepasst.
Frage: Gibt es denn aus Ihrer Sicht auch Verbesserungen?
Eggers: Auf jeden Fall. Beim Abzeichen in Gold zum Beispiel haben die Absolventen fürs 50-Meter-Brustschwimmen jetzt 75 Sekunden statt vorher 70 Sekunden Zeit. Das erleichtert es enorm! Dafür müssen jetzt alle volle 30 Minuten schwimmen, auch wenn sie die geforderten 800 Meter bereits zurückgelegt haben. Vorher waren 600 Meter gefordert, die in höchstens 24 Minuten zu schaffen waren. Das Problem dabei ist, dass die Kinder am Anfang meistens zu viel Gas geben, weil sie Angst haben, die Zeit nicht einzuhalten. Denen dürfte jetzt leichter die Puste ausgehen. Eine Erleichterung ist beim Silber-Abzeichen, dass der Drei-Meter-Sprung jetzt durch zwei Sprünge vom Einer ersetzt werden kann. Das hat uns bereits ein Kind zurückgebracht.
Frage: Wo sehen Sie beim Schwimmenlernen die größten Herausforderungen?
Eggers: Vielen fehlen Kraft, Kondition und Koordination – auch die Konzentrationsfähigkeit ist öfter ein Manko. Kinder bewegen sich heute nicht mehr wirklich viel. Sie sind lange in der Schule, machen Hausaufgaben und dann kommen Handy oder PC ins Spiel. Man merkt es heute beim Schwimmen deutlich, wenn ein Kind noch andere Sportarten betreibt. Grundsätzlich müssen wir Bewegungsabläufe viel intensiver erklären. Viele Kinder kennen den eigenen Körper nicht.
Frage: Früher war es ein Ansporn, sich endlich das erste Abzeichen auf die Badekleidung nähen zu dürfen. . .
Eggers: Es ist auch heute noch so, dass die Schulen Wert darauf legen, dass Kinder mindestens das Seepferdchen, besser aber Bronze haben, um ins tiefe Wasser zu dürfen. Aber der Stellenwert des Abzeichens in den Familien ist gesunken. Oft wollen Eltern, dass ihre Kinder schwimmen lernen, damit sie mit ihnen in den Urlaub ans Meer fahren können. Aber für viele Urlaubsziele reicht Bronze nicht aus. Die Leistung für das Silber-Abzeichen ist oft sinnvoller, um genügend Ausdauer nachzuweisen und Gefahren im Wasser erkennen zu können. Der theoretische Anteil der Abzeichen ist seit diesem Jahr höher.
Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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