Herr Meyer, ich habe noch nie an einer Orientierungsfahrt teilgenommen. Könnte ich bei Ihrer Veranstaltung am Sonnabend trotzdem ohne Weiteres mitmachen?

MeyerJa, das geht. Wir machen vor der Fahrt eine Einführung und besprechen, was auf die Teilnehmer zukommt. Das wird natürlich nicht anhand der späteren Aufgaben erklärt, aber beispielhaft.

Was sind für Anfänger die besonderen Herausforderungen bei einer Orientierungsfahrt?

MeyerImmer weniger Menschen können Karten lesen, weil sie nur noch nach Navi fahren. Die stehen dann oft wie der Ochs vorm Berg. Zudem kommt es darauf an, die Route ohne Kreuzen von bereits gefahrenen Straßen und ohne Fahren in die Gegenrichtung zu absolvieren. Sonst gibt es Punktabzüge. Schließlich gilt es, innerhalb der vorgegebenen Zeit zu bleiben.

Start und Ziel am Schützenhof in Ganderkesee

„Rund um Ganderkesee“ heißt die Orientierungsfahrt, die der Ortsclub Delmenhorst im ADAC am kommenden Sonnabend, 19. Oktober, veranstaltet. Start und Ziel ist am Schützenhof Ganderkesee, Habbrügger Weg 38.

Gestartet wird ab 14 Uhr. Bereits um 12.30 Uhr beginnt im Schützenhof eine Einweisung, die sich besonders an Anfänger richtet. Fragen sind ausdrücklich erlaubt.

Mitmachen kann jeder mit einem zugelassenen Fahrzeug, auch mit Oldtimern. Fahrer und Beifahrer bilden ein Team. Am Start bekommen sie einen Satz Kartenausschnitte mit Orientierungsaufgaben – damit wird die Route vorgegeben. An der Strecke stehen Kontrollschilder mit Nummern, die in die Bordkarte eingetragen werden – so wissen die Teams, ob sie noch auf dem richtigen Weg sind.

Wie viel Zeit steht denn zur Verfügung?

MeyerZwei Stunden und 45 Minuten – plus 45 Minuten strafpunktfreie Karenzzeit. Bei einer Strecke von 70 Kilometern ergibt das eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h. Das hört sich nach wenig an, aber wenn man öfter mal stehen bleibt, um die Aufgaben zu lösen, kann es am Ende knapp werden.

Was muss ich zum Start mitbringen?

MeyerAuf jeden Fall einen Beifahrer oder eine Beifahrerin. Dann einen dokumentensicheren Kugelschreiber zum Ausfüllen der Bordkarte, eine feste Unterlage in DIN A4, am besten noch eine Lupe und möglichst eine Taschen- oder Leselampe. Dann braucht man ein Lineal mit Maßstabsmesser, um die Entfernungen von der Karte auf die Straße umzurechnen. Und eine Uhr ist wichtig, um zu sehen, wie viel Zeit noch bleibt, um das Ziel zu erreichen.

Sie absolvieren und organisieren seit Jahrzehnten Orientierungsfahrten. Was macht für Sie den Reiz aus?

MeyerDer besondere Reiz ist die Herausforderung, mit Logik und auch Pfiffigkeit den richtigen Weg zu finden. Das ist schon eine Art Gehirnjogging.

Und das kann nicht jeder...

MeyerNein. Wer nur nach Navi fährt, verliert das Gefühl für Entfernungen und für Orientierungspunkte, die eine Karte anzeigt – ein Waldrand etwa oder ein Bach, eine Bahnstrecke, eine Kirche oder ein anderes markantes Gebäude.

Aber das braucht man im Verkehrsalltag ja auch gar nicht mehr zur Orientierung. Das Navi sagt an, wo es hingehen soll.

MeyerGenau. Das ist auch ein Grund dafür, dass wir immer weniger junge Leute erreichen. Wir hätten gerne Jüngere dabei,

Wie viele Teilnehmer haben sich denn für die Fahrt am Sonnabend angemeldet?

MeyerLeider erst zwölf. Das ist ein bisschen wenig. Ich nehme gern noch weitere Anmeldungen an. Es genügt aber auch, am Sonnabend rechtzeitig vor dem Start da zu sein. Dann kann man auch noch mitfahren.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)