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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Schnack am Wochenende: Chef ist nun sein eigener Chef

16.12.2017

Rethorn /Wildeshausen Als ich mich mit Oliver Einemann (47) treffe, sitzt er gerade über der Urlaubsplanung. Er plant nicht etwa seinen eigenen Urlaub, sondern muss die Urlaubswünsche seiner 76 Mitarbeiter unter einen Hut bekommen, und zwischendurch klingelt immer wieder das Telefon. Alltag eines selbstständigen Unternehmers.

Selbstständiger Unternehmer, das ist Oliver Einemann erst seit 16 Tagen. Von der Firma Edeka erhielt er das Angebot, den Markt in Wildeshausen am Westring 6a zu übernehmen. „Der Sprung in die Selbstständigkeit ist nie einfach, aber wenn einem so eine Chance geboten wird, dann muss man diese auch nutzen“, sagt Oliver Einemann. Sein Markt hat immerhin eine Verkaufsfläche von 3600 Quadratmetern und es stehen rund 55 000 Artikel in den Regalen. „Jetzt kann ich meine eigenen Ideen umsetzen und eigenverantwortlich handeln.“

Sein Vater hatte einen Fachbetrieb für Heizungs-und Sanitärtechnik in Delmenhorst, wo Oliver Einemann auch aufgewachsen ist. Mit sechs Jahren begann Oliver mit seiner großen Leidenschaft, dem Fußball. Er spielte sehr erfolgreich in mehreren Mannschaften, bis ihn eine schwere Verletzung dazu zwang, seine geliebten Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. Oliver ist seit vielen Jahren großer Fan des Hamburger SV. „Als der HSV noch in der Champions League spielte, bin ich auch zu Auswärtsspielen zum Beispiel nach London oder Monaco gefahren“, schwärmt Oliver Einemann noch von den glorreichen HSV-Zeiten.

Sein Schulpraktikum machte er bei einem Raumausstatter. Da gefiel es ihm so gut, dass er nur noch einen Berufswunsch hatte. Doch leider fand er nach seinem Realschulabschluss als Raumausstatter keinen Ausbildungsplatz. Daher besuchte er die Höhere Handelsschule und bewarb sich schließlich auf Ausbildungsplätze in verschiedenen Berufen. Seine Bewerbung beim Verbrauchermarkt Coop in Delmenhorst hatte Erfolg. Hier begann er 1987 seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Danach wurde er gleich in Hude als stellvertretender Marktleiter eingesetzt. Aus Coop wurde DSBK (Deutsche SB-Kauf). Ab 1990 machte Oliver Einemann für ein Jahr in verschiedenen DSBK-Märkten eine Ausbildung zum Marktleiter. Schon mit 21 Jahren hatte er die Verantwortung im DSBK-Markt in Bremen-Finndorf.

„Als junger Mensch möchtest du möglichst schnell viel verändern und ich musste mir erst einmal die Hörner abstoßen“, gibt Oliver Einemann zu. Er wurde dann noch in weiteren Märkten in Bremen eingesetzt, bevor er zwei Jahre im Außendienst arbeitete und über 50 Märkte bei der Einführung von Kassenscannern betreute. „Auf Dauer war mir der Außendienst aber zu langweilig.“ 1999/2000 machte er bei der Metro noch eine Ausbildung zum Verkaufsleiter. Für die Firma Bünting baute er als Marktleiter den ersten Combi-Markt außerhalb Ostfrieslands in Oyten auf.

Da ein Nachfolger fehlte, wechselte Oliver in den elterlichen Betrieb, um seinen Vater zu unterstützen. „Beide haben wir gemerkt, dass es beruflich zwischen Vater und Sohn nicht passt“, gesteht Oliver Einemann. Er kehrte 2005 zu Bünting zurück und leitete den Combi-Markt in Twistringen. Eines Tages rief ihn ein früherer Kollege an und fragte, ob Oliver nicht Lust hätte, für Edeka zu arbeiten. Er stellte sich in der Zentrale vor und wurde gleich als Marktleiter in Rotenburg/Wümme eingesetzt. Das war 2007. Zwei Jahre später schickte ihn die Firma ins Edeka-Center nach Rhauderfehn. „Es hat dort viel Spaß gemacht, aber für eine Fahrt zur Arbeitsstelle benötigte ich rund 80 Minuten“, so Oliver Einemann.

Während seiner Zeit in Oyten hatte er seine Barbara kennengelernt. 2007 wurde Tochter Lisa-Marie geboren und vier Jahre später wurde nicht nur geheiratet, sondern auch das Eigenheim in Rethorn bezogen. Da hatte die Zentrale ein Einsehen und Oliver konnte von Rhauderfehn nach Bremen-Vegesack wechseln. Dann kam 2013 das Angebot, den Wildeshauser Edeka-Markt zu leiten, mit der Option, diesen später zu privatisieren, wie zum 1. Dezember geschehen.

Oliver Einemanns Arbeitstag hatte in den letzten Wochen 14 Stunden und mehr. „Das muss besser werden, denn unsere Tochter beschwert sich schon.“ Die Vorsätze für das neue Jahr: „In diesem Jahr konnten wir zeitlich keinen Urlaub machen, das wird 2018 anders. Dazu werde ich jeden Sonntag mit meiner Tochter schwimmen gehen, und ich werde in die Wildeshauser Schützengilde eintreten!“

Oliver Einemann, Leiter des Edeka-Marktes in Wildeshausen

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