Schlutter - Seine Lieblingslektüre ist der „Playboy“ und auf die Kreuzworträtsel-Frage nach dem „Lebensende mit drei Buchstaben“ fällt ihm nur „Ehe“ ein: Wie Charlie Westermann das Miteinander von Frau und Mann sieht, wurde am Freitagabend bei der Premiere des neues Stücks der Speelkoppel Hoyerswege auf dem Hof Kunst in Schlutter schon nach wenigen Szenen deutlich.

Aus dem Rollenverständnis eines von sich selbst ungemein überzeugten Machos zieht die Komödie „Wer is dor in mien Lief togang“ im ersten Akt jede Menge Situationskomik. Noch lustiger wird’s aber, wenn eine Männerseele mit dieser Weltsicht plötzlich in einem Frauenkörper gefangen ist. So kommt es nämlich, als der von Herwig Kunst verkörperte Junggeselle und seine von ihm extrem genervte Nachbarin (Sandra Stöver) bei einer Rangelei um den Stecker der Musikanlage einen Stromschlag erhalten – und sich jeweils im Leib des anderen wiederfinden.

Zur Erheiterung der Zuschauer in der nicht bis auf den letzten Platz gefüllten Diele trugen ferner Rainer Vosteen, Anja Brinkmann, Harald Schrön, Linda Tönjes-Hanitz, Iris Timmermann, Alexandra Körner und ganz besonders Heike Kroog als resolute Haushälterin mit einer Riesenportion Mutterwitz bei.

Gut unterhalten fühlte sich das Publikum auch vorher schon durch die „Koppelkinner“: Wie die zehn Kinder und Jugendlichen in ihrem kurzen Stück „28 dör 7“ die einfache Lösung einer Rechenaufgabe ins Absurde steigern, ist höchst vergnüglich – und signalisiert, dass sich die Speelkoppel um Nachwuchs für die Bühne keine Sorgen machen muss.