• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Mit 24 schon selbstständig

10.08.2019

Mit etwas gemischten Gefühlen blickte Jendrik Fortmann dem 1. August entgegen. War der Sprung in die Selbstständigkeit wirklich die richtige Entscheidung? „Immerhin habe ich auch eine Verantwortung gegenüber meinem Mitarbeiter Holger Bleckwehl, der für mich eine feste Anstellung aufgegeben hat“, sagt der 24-Jährige.

Die Skepsis scheint unbegründet, denn schon nach den ersten zehn Tagen kann sich das junge Unternehmen „Fortmann Haustechnik“ über Mangel an Arbeit nicht beklagen. „Das hätten wir so nicht gedacht“, bemerkt Jendrik. Die Firma hat er in seinem Elternhaus in Westerloge eingerichtet. Wo früher Schweine und Rinder ihren Platz hatten, befinden sich heute Werkstatt, Aufenthaltsraum und Büro.

Blickt Jendrik auf den gegenüberliegenden Wald, so werden viele Kindheitserinnerungen wach. „Mit den Nachbarkindern haben wir hier Baumhäuser gebaut, Staudämme geschaffen und so manchen Blödsinn gemacht“, erzählt Jendrik.

Wer in Grüppenbühren und der näheren Umgebung aufwächst, den zieht es früher oder später zum Handball. Bei Jendrik war es nicht anders. Als in seiner Altersklasse nicht mehr genügend Spieler waren, wechselte er zum Fußball und zum Bookholzberger TB. Nach einigen Jahren wurden aber andere Dinge interessanter und er hängte seine Fußballschuhe zunächst an den Nagel – bis vor drei Jahren, als der SV Rethorn Spieler suchte. Jendrik meldete sich und spielt seitdem mit seiner Mannschaft in der 3. Kreisklasse. Mit großer Leidenschaft spielte er in jungen Jahren auch Tischtennis. Beim Bookholzberger TB wurde er mit einem Kumpel Kreismeister im Doppel.

Zum 15. Geburtstag bekam Jendrik einen Roller geschenkt und es machte ihm großen Spaß, daran zu basteln. Um dies zu finanzieren, besserte er sein Taschengeld unter anderem in einer Schießbude auf. Verwandte hatten einen Schaustellerbetrieb und waren froh, einen geübten Schützen für diesen Job gefunden zu haben. Denn beim Schützenverein Grüppenbühren war Jendrik schon als Jugend- und Juniorenkönig zu Ehren gekommen. Was fehlt, ist noch der Titel des Schützenkönigs. „Sicherheitshalber habe ich in diesem Jahr nicht auf dem Königsstand geschossen, denn die Aufregung brauchte ich jetzt nicht auch noch“, meint Jendrik schmunzelnd.

Sein Schulpraktikum machte er in einer Werkstatt für Bau- und Landmaschinen. Den ganzen Tag in der Werkstatt? Nein, das wollte Jendrik nicht. Sein Vater Detlev ist Gas- und Wasserinstallateurmeister und Jendrik begleitete ihn in den Ferien zu den jeweiligen Kunden. „Arbeite immer so, dass Du Deinen Namen an die Arbeit schreiben kannst“, gab er seinem Sohn mit auf den Weg. „Mein Vater ist mein absolutes Vorbild“, betont Jendrik.

Nach dem Realschulabschluss begann er eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik bei der Firma Woinitzki in Delmenhorst. Dort bekam Jendrik auch seinen Spitznamen: „Vin Diesel“ – so heißt ein amerikanischer Schauspieler. Bei Jendrik liegt die Betonung auf Diesel: Es war kurz vor Feierabend und Jendrik war mit den Gedanken wohl schon beim Feierabendbier, als er einen Behälter mit Diesel in den Firmenwagen stellte und nicht ordnungsgemäß verschloss. Auf der Rückfahrt zur Firma fuhren sie hinter einem Roller her. „Mensch was stinkt der“, meinte Jendrik noch zu seinem Kollegen. In der Firma angekommen, sahen sie das Malheur. Es war ihr eigener Diesel, den sie gerochen hatten, denn der war im Wagen ausgelaufen. Alles musste gereinigt und entsorgt werden. Nichts war mit Feierabend!

Nach der Lehre blieb er in seinem Ausbildungsbetrieb als Kundendienstleiter und lernte in Abendkursen für seine Meisterausbildung. Im März 2016 wechselte Jendrik zu einem ortsansässigen Betrieb und machte während dieser Zeit seinen Meister. Als frischgebackener Installateur- und Heizungsbaumeister war er in dem Unternehmen schnell in verantwortungsvoller Position. Schon immer hatte er aber den Wunsch, eines Tages auf eigenen Beinen zu stehen. In diesem Jahr verwirklichte Jendrik sein Vorhaben.

Durch den Beruf fand er auch sein privates Glück: Immer wenn er Ersatzteile im Großhandel in Bremen bestellte, war er von der Stimme der zuständigen Dame am Telefon fasziniert. Als er sie dann endlich persönlich kennenlernte, war es um Jendrik geschehen. Mittlerweile sind beide ein Paar. Eines ist Jendrik wichtig: Arbeiten ja, aber das Privatleben darf dabei nicht auf der Strecke bleiben.

Dirk Wieting spricht mit Jendrik Fortmann aus Westerloge

Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

NWZ-Jobs.de
Finden Sie Ihren Traumjob auf NWZ-Jobs.de!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.