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Neues Forschungsinstitut: Millionen für Oldenburg
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Aktualisiert vor 21 Minuten.

Bundesförderung
Neues Forschungsinstitut: Millionen für Oldenburg

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Vom Faschingsvirus infiziert

02.03.2019

An diesem Samstag ist Ganderkesee im Ausnahmezustand. Viele tausend Besucher werden kommen, um den Faschingsumzug 2019 mitzuerleben. Diese Großveranstaltung wäre ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer kaum möglich. Verantwortlich für den reibungslosen Ablauf des Umzuges ist seit 2012 auch Andreas Vieluf (52). Passend zur närrischen Zeit könnte man sagen: Wer hätte das gedacht, dass einmal ein ehemaliger Delmenhorster den Faschingsumzug in Ganderkesee leiten wird?

Denkt Andreas an seine Kinder- und Jugendzeit zurück, dann waren die Ausflüge mit dem Wohnwagen immer ein besonderes Erlebnis. „Unsere Eltern sind in den Ferien oder an Wochenenden mit uns vier Kindern nach Berne gefahren. Dann sind wir in der Weser geschwommen und haben uns anschließend den Ölteppich vom Körper abgeduscht“, sagt Andreas lächelnd mit Hinweis auf den damaligen Zustand der Weser. „Als meine Eltern meinten, ich solle doch mehr Sport machen, da habe ich angefangen zu kegeln. Das hat mir damals sogar viel Spaß gemacht“, erzählt Andreas.

Mit 16 Jahren änderten sich die Interessen: Moped und (später) Motorrad standen an erster Stelle. „Unsere Eltern waren not amused, dass alle ihre vier Kinder ein Motorrad hatten“, sagt Andreas. Sein jetziges Motorrad, eine Yamaha RD 500, steht im Moment mehr als dass es fährt. „Ich möchte es in jedem Fall wieder flott bekommen, damit ich endlich wieder mit den Delmetourern unterwegs sein kann.“ Diese Gruppe von Motorradfreunden besteht schon seit 1982.

Nach seinem Realschulabschluss absolvierte Andreas eine Ausbildung als Informationselektroniker bei der Bundesbahn in Oldenburg und setzte damit eine Tradition, zumindest kurzfristig, fort. Schon sein Opa und auch sein Vater waren Mitarbeiter der Bahn. Nach der Ausbildung ging es dann zum Grundwehrdienst in den Harz nach Goslar. „Das war schon nicht schlecht, durch die Wälder laufen und sich zwischendurch in die eine oder andere Pfütze schmeißen zu müssen.

Was aber wirklich spitze war, war die Kameradschaft untereinander“, schwärmt Andreas. Nach dem Grundwehrdienst ging es zur Caspari Kaserne in Delmenhorst, wo Andreas seinen Fähigkeiten entsprechend, als Fernmeldetechniker eingesetzt wurde. „Das war eher langweilig und mir blieb genügend Zeit, mich auf mein Fachabitur vorzubereiten.“ Sein berufliches Ziel war: Ingenieur. Andreas Vieluf legte sein Fachabitur an der BBS 2 in Delmenhorst ab. Anschließend studierte er an der Hochschule in Bremen Nachrichtentechnik. In seiner freien Zeit war er als Elektriker tätig. Während seines Studiums arbeitete er gerne mit anderen Studenten zusammen und es machte ihm Spaß, sein Wissen zu teilen.

Immer mehr reifte bei ihm der Gedanke: „Ich möchte Lehrer werden!“ Nach vier Jahre Studium an der Hochschule ging es nahtlos zum Studium auf Lehramt an die Universität in Bremen. Nach dreieinhalb Jahren konnte er bereits sein Referendariat in Hamburg beginnen. Zwei Jahre pendelte Andreas zwischen Delmenhorst und der Stadt an der Elbe. Die Mühe war es ihm wert, denn Berufsschullehrer zu werden, war genau das was er wollte.

Grundschullehrer wäre nicht gegangen, weil ich nicht singen kann“, lächelt Andreas. Nach dem Referendariat arbeitete er zwei Jahre beim Bildungswerk in Vechta. Seit nunmehr 18 Jahren unterrichtet Andreas an der an der Europaschule SII Utbremen in Bremen Informatiker (IT). Gerade der Bereich IT ändert sich laufend, so dass Andreas immer am Puls der Zeit sein muss. „Mein Job gefällt mir super und ich möchte nichts anderes machen.“

Dass er, etwa während des Referendariats, Delmenhorst nicht den Rücken kehrte und nach Hamburg zog, hat mit seiner großen Liebe zu tun. Schon mit 20 Jahren lernte er seine Clarissa im damaligen Zelluloid-Café im City-Center kennen. Von ihrer Spontanität war er gleich hin und weg. Mittlerweile sind beide nicht mehr weit von der Silberhochzeit entfernt und ihr ganzer Stolz sind die beiden Söhne Tim (20) und Lukas (18).

Für seine Familie suchte Andreas ein Eigenheim und da er 1999 noch nicht wusste, an welcher Berufsschule er einmal unterrichten würde, sollte der Wohnort verkehrsgünstig liegen. In Ganderkesee fand die Familie ihr Traumhaus. „Hier haben wir uns auf Anhieb wohlgefühlt“, schwärmt das Ehepaar Vieluf.

Wie Andreas lächelnd bemerkt, war und ist die Nachbarschaft „faschingverseucht“. Schnell war Familie Vieluf beim Fasching mit dabei und Nachbar Ronalt Bachmann holte Andreas 2011 in den Festausschuss. Seit 2012 sind beide zusammen verantwortlich für den Faschingsumzug. „Ich bin mit offenen Armen empfangen worden und es macht mir bis heute saumäßig viel Spaß“, schwärmt Andreas vom Ganderkeseer Fasching.

Auch Sohn Tim ist vom Faschingsvirus infiziert und ist auf den Sprung in den Festausschuss. In der faschings- und schulfreien Zeit ist Andreas mit Familie im Wohnmobil unterwegs. Das nächste Reiseziel wird der Gardasee sein. Gerne würde er auch einmal die europäische Südküste entlang fahren. Diesen Wunsch möchte er sich und der Familie erfüllen. Für diesen Samstag hat er nur einen Wunsch: „Gutes Wetter“.

Dirk Wieting spricht mit Andreas Vieluf,
Umzugsleitung

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