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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Ein Herz für Tiere

02.06.2018

Schönemoor Diesen Satz erfüllt Ute Mahlstedt (55), Inhaberin vom „Tier-Paradies“ in Schönemoor, mit Leib und Seele: „Mein Leben gehört den Tieren.“ Wie heißt ein Buch der legendären Heidi Kabel? „Manchmal war es nicht zum Lachen“ – und so war es auch bei Ute Mahlstedt. Wo viele aufgegeben hätten, kämpfte sich Ute immer wieder durch und ließ sich nicht unterkriegen.

Ute Rohde, so ihr Mädchenname, ist zwar in Delmenhorst geboren, aber gleich nach der Geburt zog sie mit ihren Eltern zu den Großeltern nach Wanne-Eickel. „Nichts ist so schön, wie der Mond in Wanne-Eickel“, lächelt Ute. Da ihre Eltern sehr gerne mit dem Kanu unterwegs waren, war auch die kleine Ute oft mit dabei. Schon mit sechs Jahren fuhr sie alleine mit ihrem Kanu auf dem Rhein-Herne Kanal bis nach Gelsenkirchen. „Das war damals schon etwas leichtsinnig“, bemerkt Ute. Schon von klein auf mochte sie Tiere.

Als die Familie ihren Wohnsitz wieder nach Delmenhorst verlegte, erfüllten sich Ute und auch ihr Vater den Traum vom eigenen Hund. Schäferhund „Wolf“ kam aus einem Tierheim und war im Umgang nicht einfach. Schon damals zeigte sich, dass Ute ein Gefühl für sogenannte „Problemhunde“ hat. „Ich bin immer gut mit Wolf zurechtgekommen“, erinnert sich Ute. Als „Wolf“ wegen einer unheilbaren Krankheit eingeschläfert werden musste, brach für Ute eine Welt zusammen. Erst ihr neuer Hund, der kleine Welpe „Gauner“, konnte sie wieder zum Lachen bringen. Neben ihrem Hund hatte Ute auch ihr Pony „Bubi“. Als das Wohnhaus ihrer Familie umgebaut wurde, spannte sie ihren „Bubi“ vor ihre Kutsche und holte das Baumaterial. „Ich musste zuhause viel handwerklich arbeiten. Damals habe ich es verflucht, aber später ist mir dieses sehr zugutegekommen“, erzählt Ute. Gerne wäre sie Jockey geworden, aber das ging aus gesundheitlichen Gründen nicht.

Sie absolvierte ein Berufsgrundbildungsjahr im Bereich Agrartechnik, um dann eine Ausbildung zur Pferdewirtin dranzuhängen. Ute hatte in Rethorn schon einen Ausbildungsplatz, aber der Inhaber gab den Betrieb auf und wanderte nach Kanada aus. „Komm doch mit nach Kanada“, meinte ihr Chef. Da sie gerade total verliebt war, kam das für sie nicht infrage. Nachdem ihre Beziehung beendet war, bereute sie diese Entscheidung. Sie machte dann gleich drei Ausbildungen hintereinander: Kinderpflegerin, Schwesternhelferin und auch noch Masseurin/medizinische Bademeisterin. Im letzten erlernten Beruf hatte sie auch schon eine Arbeitsstelle in Aussicht, doch sie entschied sich für „ihre“ Tiere.

Schon im Alter von zehn Jahren wurde sie Mitglied im Polizei- und Gebrauchshundeverein Delmenhorst. Hier machte sie viele Lehrgänge und Fortbildungen. Sie erarbeitete sich immer mehr den Ruf einer „Tierflüsterin“. Waren Polizisten von der Diensthundestaffel im Urlaub oder krank, so vertrauten sie Ute ihre wertvollen Tiere an. Auch Tierheime gaben so manchen Problemhund vertrauensvoll in ihre Hände.

Nach ihrer letzten Ausbildung arbeitete sie ehrenamtlich für den Tierschutzverein. Sie nahm auffällige Hunde auf und rettete so manchen Vierbeiner mit viel Einfühlungsvermögen. Mit Taxifahren verdiente sie ihren Lebensunterhalt. Selbst Hundehalter aus dem Ausland waren auf Ute aufmerksam geworden. Da sich in ihrem Wohnort Heide die Nachbarn vom Bellen der Hunde gestört fühlten, suchte sie ein neues Domizil. Da gab es ein ideales Gelände in Schönemoor, aber das gehörte der Bundeswehr. Kurzerhand schrieb sie direkt an den damaligen Bundesverteidigungsminister Volker Rühe. Nach drei Wochen erhielt sie eine Zusage und konnte das Gelände zunächst pachten.

Vor genau 25 Jahren, im Juni 1993, wagte sie den Sprung in die Selbstständigkeit und eröffnete ihr „Tier-Paradies“. Da mittlerweile ihre Ehe gescheitert war, stand sie mit allen Problemen allein da – und davon gab es viele. „Der Anfang war nicht leicht. War eine Hürde genommen, kam schon die nächste“, erinnert sich Ute. Drei Jahre später entschied sie sich, das Gelände zu kaufen. Der Beamte vom Bundesvermögensamt, der mit ihr den Kauf abwickelte, meinte nur: „So manch anderer hätte das nicht geschafft.“

Zuerst investierte sie immer in die Unterkünfte der Tiere, ihre eigene Wohnung kam zuletzt. „Im Winter haben die Tiere nicht so gefroren wie ich“, erzählt Ute. Lief es anfangs einmal nicht so gut, arbeitete sie nachts für einen Objektschutz. „In dieser Zeit habe ich verdammt wenig Schlaf bekommen.“ Aufgeben kam für Ute aber nie in Frage. Heute bietet ihr „Tier-Paradies“ eine Hundepension, eine Hundeschule, Tageshort und Langzeitpflege, Tiertaxi und einen Badesee für den Zwei- und den Vierbeiner. Selbst aus Hamburg kommen ihre Kunden, die mit ihren Lieblingen den Badesee nutzen möchten.

Urlaub und Freizeit sind zwei Begriffe, die Ute nur vom Hörensagen kennt, denn die Tiere kommen bei ihr immer zuerst. Am Sonntag kann sich jeder selbst ein Bild von Utes „Tier-Paradies“ machen, denn 25 Jahre, das muss gefeiert werden.

Ute Mahlstedt,Betreiberin einer Tierpension und Hundeschule in Schönemoor

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