Ganderkesee - Der Dauerregen war offenbar schon ein Vorbote des Klimawandels. „Wir werden zunehmend heiße Sommer, aber feuchte Winter bekommen“, sagte Klimaschutzmanager Lars Gremlowski unter Bezug auf Fachleute. Auf dem Festplatz in Ganderkesee pflanzten derweil die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler und Horst Auffarth vom Orts- und Heimatverein Bookholzberg-Grüppenbühren symbolisch eine Silberlinde.

Die Gemeinde Ganderkesee will sich bereits heute auf den Klimawandel einstellen, sagte Zießler bei der Aktion am Donnerstag. Sie habe beobachtet, dass Weißdorn- und Rotdornhecken deutlich seltener geworden seien. Verärgert sei sie, dass wertvolles Buchenholz unter anderem aus dem Spessart nach China exportiert werde. Die Bäume fehlten in Deutschland.

Gremlowski wies auf die Bedeutung der Vegetation bei der Reduzierung des Klimagases CO 2 hin. Es gehe nicht darum, von sofort an ausschließlich auf andere Baumarten zu setzen, sondern darum, einen guten Mix. Pro Jahr werden auf Gemeindegrund 50 bis 100 Bäume neu gepflanzt, sagte Hartmut Abel, Leiter des Fachbereichs Grün beim Zweckverband Kommunalservice Nordwest. Die Mitarbeiter Tobias Turowski und Nils Lindemann hatten die Pflanzaktion vorbereitet.

Eine zweite Silberlinde (Tilia tomentosa), die sehr „stressresistent“ im Klimawandel sei, wird im Bookholzberger „Ereigniswald“ im Ellerbäkental angepflanzt. Bislang fanden dort 20 Bäume zu besonderen Anlässen wie Geburten, Hochzeiten oder Jubiläen einen Platz, wie Auffarth erklärte. Die beiden Silberlinden werden im Rahmen der Kampagne „Bäumchen wechsle dich – Klimawandel zum Anfassen“ gepflanzt. Neben Ganderkesee beteiligen sich im Landkreis Oldenburg daran die Gemeinden Dötlingen und Wardenburg. Klimamanager Gremlowski ermunterte Bürger, Vereine und Firmen zu Pflanzaktionen. Tipps gibt’s bei der Gemeinde.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent