Hoyerswege/Buniadu - Viel Zeit hat Heiner Tautz am Montagvormittag nicht. „Wir haben gerade drei Babys mit über 40 Grad Fieber eingeliefert bekommen“, erklärt der Mann von Heike Tautz, die die RDI-Gesundheitsstation in Buniadu im westafrikanischen Gambia leitet.

Im vergangenen Jahr spendete Uwe Schwager (55) aus Hoyerswege einen ausgedienten Krankenwagen an den in der Gemeinde Ganderkesee beheimateten Verein „Riverboat Doctors International“ (RDI). Eine Spende, die seitdem zahlreiche Leben gerettet hat. „Der Wagen ist sehr häufig im Einsatz“, erklärt Heiner Tautz. Während der Ramadan-Zeit hatten er und seine Frau kurz Urlaub, seit fast zwei Monaten sind sie aber zurück in Gambia. „Aufgrund der Regenzeit haben wir mit vielen grippalen Infekten zu tun, und auch Malaria ist wieder auf dem Vormarsch.“ Am Montag saßen rund 80 Hilfesuchende in der Gesundheitsstation. Viel Arbeit für Heike Tautz, die gerade ohne Ärzte auskommen muss. Erst Ende September kommt wieder Unterstützung. Bis dahin muss der Betrieb so laufen, als Unterstützung wird das Personal immer wieder geschult.

Auch in Deutschland arbeitet man derweil an weiterer Unterstützung: „Ich versuche gerade, einen Geländewagen für die Station zu organisieren“, berichtet Uwe Schwager. Der Krankenwagen könne nicht alle Orte im Gebiet der Station erreichen, zudem könne der Geländewagen beim Wassertransport helfen.

Probleme bereitet auch das Lager, wie Christian Göken, Vorsitzender von RDI, im Gespräch mit der NWZ  berichtet: „Wir brauchen dringend neue Lagerräume.“ Die Lagerung von Gütern und medizinischem Material sei in den bisherigen Räumen nur noch schwerlich möglich.