• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
E-Paper wird an diesem Freitag für Sie freigeschaltet
+++ Eilmeldung +++

Mögliche Verzögerungen Bei Gedruckter Nwz
E-Paper wird an diesem Freitag für Sie freigeschaltet

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Sportlicher Polizist

30.12.2017

Die Augen des kleinen Jungen strahlten, wenn sein Patenonkel zu Besuch kam. Als Kriminalkommissar hatte er immer viele spannende Geschichten zu erzählen. Der damals kleine Jörn Stilke (57) war von seinen Erzählungen so begeistert, dass für ihn schon immer feststand: „Ich werde einmal Polizist, wie mein Onkel.“ Dass er aber einmal ein Leitender Kriminaldirektor werden würde, daran hätte er sicherlich nicht im Traum gedacht.

Seit August 2008 leitet Jörn Stilke die Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch und ist damit für ca. 650 Mitarbeiter verantwortlich. Obwohl er durch diese Tätigkeit viel im Büro arbeitet, lässt er es sich nicht nehmen, auch persönlich an einigen Tatorten zu sein. „Man darf nie das Gefühl für die Praxis verlieren“, sagt Jörn Stilke. Sportliche Aktivitäten draußen in der Natur, das waren schon in seiner Kinder- und Jugendzeit liebste Beschäftigungen. Und auch heute gehören sportliche Aktivitäten zum festen Tagesablauf. Von seinem Wohnort in Heide fährt er jeden Morgen mit dem Fahrrad zur Polizeiinspektion und bis zu dreimal in der Woche macht er vorher einen Abstecher zur Graft-Therme und schwimmt um 6.30 Uhr seine 1000 Meter. Anschließend beginnt er nicht nur pünktlich, sondern auch topfit seinen Dienst.

In seinem Heimatort Bad Bederkesa wohnten seine Eltern direkt am Ortsrand. Daher hatten Jörn und sein Bruder ein ideales Umfeld für ihre sportlichen Betätigungen. Einige Jahre war für Jörn ganz besonders der Kanusport angesagt. Seinen Berufswunsch verlor er dabei nie aus den Augen. Nach seinem Abitur in Bremerhaven besuchte er die Niedersächsische Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Braunschweig und Hildesheim. Zu dieser dreijährigen Ausbildung gehörte auch ein Praktikum, das Jörn Stilke in Celle und Lüneburg absolvierte. „Hier war ich mittendrin in der täglichen Polizeiarbeit. Ich hatte in meinem Praktikum das Glück, einen sehr guten, erfahrenen Kollegen – einen sogenannten ,Bärenführer’ – an meiner Seite zu haben, der mich mit dem Polizeiberuf und seinen Aufgaben langsam vertraut gemacht hat. Auch ich versuche heute, jungen Praktikanten einen erfahrenen Kollegen zur Seite zu stellen“, erklärt Jörn Stilke.

Nach dem Abschluss wurde Jörn Stilke 1983 nach Delmenhorst versetzt. „Ich wollte damals viel lieber nach Bremervörde, aber rückblickend hätte mir nichts Besseres passieren können. Hier habe ich von meinen Kollegen viel gelernt“, schwärmt Jörn Stilke noch heute. Nach zehn Jahren praktischer Polizeiarbeit ging es 1993 wieder auf die Schulbank zur Deutschen Hochschule der Polizei (für den Höheren Polizeidienst) in Münster. Nicht nur, dass er sich nach zehn Jahren praktischer Polizeiarbeit erst wieder an das Lernen gewöhnen musste, nein, auch die zeitweilige Trennung von seiner jungen Familie fiel ihm nicht leicht.

1990 hatte er seine Helga – ebenfalls eine Polizeibeamtin – geheiratet und beide hatten in Heide ihr Eigenheim gebaut. Mit den Zwillingen Jaren und Torge war die junge Familie komplett. Nach der Ausbildung für den Höheren Dienst kam Jörn Stilke zur Polizeibehörde nach Oldenburg und wurde als Dezernent für die Organisierte Kriminalität eingesetzt. Nach einem Jahr ging es weiter nach Wildeshausen. Während dieser Zeit war er unter anderem der Leiter der Sonderkommission „Kim Kerkow“. Im Januar 1997 wurde die zehnjährige Kim entführt, missbraucht und getötet. Die Sonderkommission konnte den Fall aufklären. Dann ging es wieder für einige Jahre nach Oldenburg. Erst als Dienststellenleiter und dann als Dezernent für Kriminalitätsverfolgung.

Die nächste berufliche Station war ab 2005 die Inspektionsleitung in Verden/Aller. Immer wieder musste er an die schöne Zeit in Delmenhorst denken und er wusste, dass 2008 die Direktorenstelle aus Altersgründen neu besetzt werden würde. Seine Bewerbung hatte Erfolg. „Ich bin zufrieden und dankbar“, lächelt Jörn Stilke. Diese Dankbarkeit gibt er zurück, indem er jungen Menschen hilft, die ihren Weg noch nicht gefunden haben. Jörn Stilke engagiert sich im Verein „Brücke e.V.“ in Delmenhorst, der unter anderem junge Straftäter im Alter von 14 bis 21 Jahren betreut.

Die dienstfreie Zeit verbringt er gerne mit seiner Familie. Der gemeinsame Urlaub ist zwar auch sportlich, dient aber eher der Erholung. Wenn Jörn Stilke aber mit seiner „Männergruppe“ auf Tour ist, dann geht es sportlich schon mehr zur Sache. So ging es in diesem Jahr in Nepal die Berge rauf und wieder runter. Da er auf Mallorca schon jede Ecke mit dem Fahrrad erkundet hat, geht es mit der „Männergruppe“ im kommenden Jahr nach Portugal, mit dem Fahrrad auf den Jakobsweg in Richtung Spanien.

Jörn Stilke,Leiter der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.