STEINKIMMEN -

Von Karsten Kolloge

STEINKIMMEN - Der Mann, da ist sich Axel Plaue sicher, habe Seemannsqualitäten. Er habe die Fähigkeit, weit zu schauen, denke auch über das nach, was hinter dem Horizont ist, sei ruhig und habe eine zupackende Art. Die Rede ist von Hans-Christian Schack, dem langjährigen Ganderkeseer Bürgermeister und Landtagsabgeordneten. Gestern Abend erhielt der 62-Jährige die höchste Auszeichnung, die die SPD zu vergeben hat. Im Jugendhof Steinkimmen wurde er vor etwa 100 Gästen von Plaue mit der Willy-Brandt-Medaille und dem Ehrenbrief der Partei ausgezeichnet.

Eigentlich hatte Sigmar Gabriel die Laudatio halten wollen. Doch der frühere Ministerpräsident „liegt mit 39 Fieber im Bett“, wusste Ganderkesees SPD-Chef Andreas Kowitz. Also hatte Gabriel geschrieben, was er in Steinkimmen sagen wollte: Schack sei „einer der aufrichtigsten Kollegen“ und ein Freund.

Axel Plaue, langjähriger Weggefährte des Bookholzbergers, steuerte eigene Eindrücke bei. Schack habe die Fähigkeit, Kompromisse hinzubekommen, „höchst effektiv“. Er sei sehr nachdenklich, könne andere mitnehmen.

Schack, 1942 in Rastede geboren, war tatsächlich Seemann – nämlich nach einer Lehre als Starkstromelektriker. Nach Heirat und „Sesshaftwerden“ in Bookholzberg trat er 1971 in die SPD ein.

Bei aller Wertschätzung des Landtagsmandates sei „HCS“ Leib und Seele Bürgermeister gewesen, sagte der jetzige Bürgermeister (und damalige Gemeindedirektor) Gerold Sprung, der sich schmunzelnd an die stets blauen Anzüge Schacks erinnerte. Ein gutes Team sei man gewesen.

Und wie sieht Schack sich selber? „Das Anliegen des Einzelnen ist mir wichtig“, sagte er zur NWZ . Dazu gehöre das Zuhören. Er habe bei vielen Vertrauen gewonnen.