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Geburtstag Stenumer Jung’ hat sich Neugier erhalten

Stenum - Seinen letzten, mit vielen Überraschungen garnierten Arbeitstag im Ganderkeseer Rathaus hatte Gerold Sprung am 31. Oktober 2006. Doch präsent in der Gemeinde ist der Ex-Gemeindedirektor und Alt-Bürgermeister in den vergangenen acht Jahren geblieben – ob an der Spitze des DRK-Kreisverbandes, bei den Hasbruch-Freunden, im Stiftungsrat der Bürgerstiftung oder als Lesepate. Und hin und wieder führt ihn auch der Weg ins Rathaus. An diesem Donnerstag wird Gerold Sprung 70 Jahre alt.

Ein Leben reich an Ereignissen. Auf die Frage nach den prägenden Erlebnissen nennt der Stenumer Jung’ gleich mehrere: wie er als Kind mit dem Dreirad zwischen Tapeziertischen mit Lebensmittelmarken für Flüchtlinge fuhr, für seinen Vater Aufgaben als Bezirksvorsteher wahrnahm oder im Gasthof Backenköhler Kegel auf der Kegelbahn aufstellte. „Fast zehn Jahre lang habe ich so mein Taschengeld aufgebessert“, erzählt er.

Im Beruf wohl gefühlt

Beruflich startete er am 1. April 1961 mit einer Verwaltungslehre bei der Stadt Delmenhorst. 1970 war er bereits Stadtinspektor und Ausbildungsleiter. Der frühere Ganderkeseer Gemeindedirektor Heinz Huhs holte ihn im Juli 1977 in die Heimatgemeinde. Nach Huhs’ Pensionierung wurde er 1987 dessen Nachfolger. Bei der Wahl zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister hievten die Ganderkeseer 1999 den damals 55-Jährigen mit mehr als 53 Prozent ins Amt. Obwohl ihm die Wahrnehmung repräsentativer Aufgaben und die Leitung der Verwaltung wie auf den Leib geschneidert schien, hadert er mit der „Eingleisigkeit“. Ein Gemeindedirektor habe manche Entscheidung unabhängiger treffen können. Heute müssten die Hauptverwaltungsbeamten die Wirkung ihrer Entscheidungen auf die Öffentlichkeit mit ins Kalkül ziehen.

An seiner Arbeitsfreude lässt der Jubilar aber keinen Zweifel aufkommen: „Ich habe mich in meinem Beruf immer wohl gefühlt.“ In seine Amtszeit fallen so wichtige Entscheidungen wie der Bau des neuen Rathauses, die Entwicklung der Schullandschaft oder die Ausweisung zahlreicher Baugebiete.

„Brigitte ein Glücksfall“

Sport ist eine große Leidenschaft von Gerold Sprung. Bei der TS Hoykenkamp spielte er Feldhandball. Noch heute ist er nahezu täglich mit dem Fahrrad in der Region unterwegs. Nahezu legendär ist die Tour im Juli 1991 in die französische Partnergemeinde Château-du-Loir. Und ein Kopfstand vor Grundschulkindern bereitet ihm selbst nach sieben Jahrzehnten keine Probleme.

Auf die Frage nach den Glücksfällen des Lebens nennt er an allererster Stelle Ehefrau Brigitte, mit der Gerold Sprung seit 44 Jahren verheiratet ist, und die Kinder Kerstin (40) und Carsten (37). Zugunsten der Familie möchte er im Ehrenamt etwas kürzer treten: „Wir möchten mehr spontan etwas unternehmen.“ Das gelinge bei den zahlreichen Verpflichtungen leider nicht immer. Die Reiseziele Grönland und Neuseeland stehen auf der Wunschliste ganz oben. Sprung hat sich seine Neugier erhalten.

Der allseits beliebte Alt-Bürgermeister ist frei von Allüren. Während seiner Amtszeit habe er sich gleichwohl auch Fehltritte geleistet, gesteht er. So erinnert er sich an eine Jubiläumsveranstaltung der GGV, zu der er eine lange Rede ausgearbeitet hatte, die aber offenkundig nur wenige hören wollten. „Vielleicht hätte ich nur sagen sollen: Feiert schön“, lacht er. An diese und andere Episoden dürften sich die zahlreichen Gäste erinnern, die Sprung an diesem Donnerstag aufsuchen werden, um zu gratulieren.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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