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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Kaum ein Korn am Kolben

11.09.2019

Strudthafe Während im Hintergrund Erntemaschinen über das Maisfeld fahren, geht Volker Schmidt an einzelne Pflanzen heran und entfernt die grünen Blätter von den Maiskolben. Einer trägt nur ein einziges gelbes Maiskorn, andere sind sogar komplett ohne Körner. „Sowas habe ich auch noch nicht gesehen“, sagte der Landwirt. Seine Erwartungen an die jetzt begonnene Ernte sind gering.

Früher Erntebeginn

„Wir sind eigentlich drei Wochen zu früh, das ist etwas unglücklich“, erklärte Schmidt. Normalerweise bestimmt er den Zeitpunkt für die Ernte anhand der reifen Maiskolben, nur taugen diese aktuell kaum als Indikator dafür. Zudem drängt für den Landwirt jetzt die Zeit: „Ich habe bei mir nur noch Mais für vier Tage.“

Rund 130 Milchkühe muss Schmidt auf seinem Hof in Landwehr füttern, aber besonders viel Nachschub erwartet er in diesem Jahr nicht beim Mais. „Das Feld hier wird nur halb so viel bringen wie sonst“, schätzte er. Allerdings sei die Lage in Ganderkesee teils sehr unterschiedlich. Nicht nur die Bodenbeschaffenheit, auch die Vorfrucht auf dem jeweiligen Feld hat Einfluss auf den Ertrag.

„Qualitativ sind wir beim Mais insgesamt aber schlechter“, ist sich Schmidt sicher. Es fehle nicht nur an Klasse, sondern auch an Masse. Als Futtermittel für Rinder sei der Energiegehalt sehr niedrig und auch die geernteten Tonnen bleiben deutlich hinter dem zurück, was im Idealfall möglich sei.

Zu trocken für Erträge

Hauptgrund für die erwartete schlechte Ernte ist der trockene Sommer. Schmidt: „Das bodennahe Wasser fehlt einfach.“ Schon im Frühjahr sei das zu bemerken gewesen, als die treibenden Pflanzen die vorhandene Feuchtigkeit abgezogen haben. Insgesamt hat es den Sommer über viel zu wenig geregnet.

Verschärft wird die Situation jetzt dadurch, dass es keine Vorräte mehr gibt. „Letztes Jahr war es zwar trockener“, erklärt der Landwirt, „aber da hatten wir noch Vorräte aus dem Vorjahr. Wir handeln ja auch untereinander." Mittlerweile sei aber alles aufgebraucht.

Sehr deutliche Worte zur diesjährigen Ernte findet auch Cord Wübbenhorst, Vorsitzender des Landvolkverbandes Ganderkesee. „Das ist eine Schrotternte dieses Jahr“, sagte er. Insgesamt werde es wohl etwas besser als im vergangenen Jahr, Wübbenhorst betonte aber die langfristigen Auswirkungen. „Nächstes Jahr um diese Zeit wird die Lage heikel.“ Frühe Ernten bedeuten, dass Landwirte eher als sonst Tierfutter nachkaufen müssen. „Wir müssen ja immer schon ein Jahr im Voraus denken“, sagte er.

Die geringen Erträge und fehlenden Vorräte sorgen deshalb für Anspannung. „Da müssen wir jetzt echt aufpassen.“ Der Verbraucher werde davon jedoch kaum etwas bemerken, da auch bei schlechten Ernten Lebensmittel zu gleichen Preisen erhältlich seien – globalen Märkten sei dank. „Unsere Betriebe kostet so eine Dürre dagegen richtig Geld“, gab Wübbenhorst zu bedenken.

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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