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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Team-Vorstand Des Landfrauenvereins Ganderkesee Im Interview: „Das sind keine Muttchen hinterm Herd“

18.01.2020

Frage: Vor einem Jahr hat der Landfrauenverein seine Vorstandsarbeit umorganisiert: An die Stelle der Vorsitzenden ist ein dreiköpfiger Team-Vorstand getreten. Sind Sie inzwischen im Amt angekommen?

Westphal: Ja, das würde ich sagen. Elke Kneehans und ich waren ja auch vorher schon im Vorstand und hatten eine Idee davon, was kommen könnte.

Schlesier: Und für mich war es ein Sprung ins kalte Wasser. Aber es macht viel Spaß. Westphal: Die Idee hinter dem Team-Vorstand war ja, dass wir nach einer Möglichkeit gesucht haben, wie es auch in Zukunft noch gelingen kann, Frauen für die Vorstandsarbeit zu gewinnen. Diese Lösung regt übrigens auch der Bundesverband an.

Frage: Gibt es etwas, das Sie im ersten Jahr überrascht hat?

Kneehans: Ja, wir haben festgestellt, dass Meike Ahlers als Vorsitzende eine Menge gemacht und abgefangen hat, was wir als Vorstandskollegen überhaupt nicht mitbekommen haben. Vieles lief im Stillen. Sie sprach ja immer von einem „Vollzeit-Ehrenamt“ – und das ist der Vorsitz auf jeden Fall. Die Zeiten, zu denen man nicht seiner beruflichen Tätigkeit nachgeht, widmet man der Vereinsarbeit.

Frage: Dass Sie einen Team-Vorstand eingesetzt haben, hatte den Hintergrund, dass die Arbeit auf mehr Schultern verteilt werden sollte. Hat jeder eine definierte Aufgabe?

Schlesier: Der Vorstand besteht ja nicht nur aus uns dreien. Ulrike Brandt-Seifert, Karin Neuhaus, Christine Brinkmann, Maja Denker und Tanja Schwarting gehören mit dazu. Wir haben die Veranstaltungen aus dem Jahresplan so aufgeteilt, dass jeder mal telefonieren und etwas organisieren musste.

Kneehans: Man muss ja bedenken, dass wir mit 950 Mitgliedern nicht gerade ein kleiner Verein sind. . .

Westphal: . . .wir sind sogar der größte Landfrauenverein im Bezirk Weser-Ems. Ich bin die Sprecherin des Team-Vorstands – das haben wir im Vorfeld so festgelegt. Meine Aufgabe ist auch die Kommunikation mit den Kreislandfrauen, dem Bezirksverband und dem Deutschen Landfrauenverband. Und ich bin nach wie vor Vertrauensfrau für Falkenburg – also Bindeglied zwischen den Mitgliedern dort und dem Vorstand.

Kneehans: Ich organisiere schon sehr lange die Tagesausflüge, Fahrten und Reisen der Ganderkeseer Landfrauen. Anmeldungen laufen natürlich vielfach auch beim erweiterten Vorstand auf und bei den 32 Vertrauensfrauen. Dieses Amt habe ich außerdem – für Hohenböken.

Frage: Haben Sie eigentlich eine WhatsApp-Gruppe?

aLLE: (gleichzeitig) Ja!!

Kneehans: Mit einmal schreiben erreicht man alle acht.

Westphal: Wir können auf diese Weise Dinge ziemlich zügig klären. Oft wird nur mit „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ geantwortet.

Frage: Wie sind Sie eigentlich zum Verein gekommen?

Schlesier: Ich bin erst seit 2015 richtig dabei. Das erste und für lange Zeit auch das einzige Mal war ich bei einer Landfrauenversammlung, als ich noch in der Ausbildung zur Ländlichen Hauswirtschafterin war. Ich musste meine Chefin begleiten und war nicht sonderlich begeistert. Für mich war der Landfrauenverein etwas, wo meine Mutter hinging. Erst 2015 habe ich dann eine Fahrt nach London mitgemacht. Wer sowas mal gemacht hat, bleibt auch dabei! Dass ich mich im Vorstand engagiere hat den Grund, dass ich denke, man kann nur etwas verändern, wenn man selbst mit anpackt.

Kneehans: Ich habe 2004 das Amt der Vertrauensfrau übernommen – damals war ich noch gar nicht im Verein. Lisa Dirks hatte mich zu einem Kaffeetrinken eingeladen, zu dem sie regelmäßig alle Landfrauen aus Hohenböken versammelte, und dort meinen Namen als ihre Nachfolgerin ins Spiel gebracht. Im gleichen Jahr waren wir Hohenbökenerinnen auch direkt an der Reihe, die große Weihnachtsfeier auszurichten. Dort bin ich wohl Karin Bellers aufgefallen, die damals noch Vorsitzende war, und sie fragte mich, ob ich mich nicht im Vorstand engagieren wollte. 2005 wurde ich Beisitzerin und bin es bis 2019 geblieben. Mir gefällt das Miteinander der Generationen und dass man viele neue Kontakte knüpft.

Westphal: Ich bin durch Meike Ahlers zu den Landfrauen gekommen. Ich bin schon immer gerne ins Theater und ins Musical gegangen und habe dann an den Theaterfahrten der Landfrauen nach Bremerhaven teilgenommen. Aber das war ganz lange der einzige Berührungspunkt mit dem Verein. Ich glaube es war 2007, als Birgit Walkenhorst mich gefragt hat, ob ich nicht ihre Nachfolgerin als Vertrauensfrau werden möchte. Danach war ich das erste Mal bei einer Versammlung bei Backenköhler und ich dachte mir: Jetzt gehst du da immer hin, egal welches Thema gerade ansteht – das kann deinen Horizont nur erweitern. Vor fünf Jahren wurde ich dann Nachfolgerin von Margret Breithaupt als stellvertretende Vorsitzende.

Frage: Landfrauenvereine sind heute nicht mehr Vereine für Landfrauen, sondern für Frauen, die im ländlichen Raum leben. Was bedeutet das für Ihre Arbeit?

Westphal: Auch bei uns ist es so, dass nur noch etwa fünf Prozent der Mitglieder einen landwirtschaftlichen Hintergrund haben. Wir wollen das Bild der Landfrau verändern: Das sind keine Muttchen hinterm Herd! Altersmäßig sieht es bei uns so aus, dass es einzelne Mitglieder unter 40 Jahren gibt, aber die meisten älter sind. Viele kommen, wenn sie gerade in Rente gegangen sind und endlich Tagesfreizeit haben. Die sind topfit und wollen etwas erleben! Wir haben aber auch Damen mit über 90 Jahren unter uns. Das bedeutet bei der Gestaltung des Programms eine Gratwanderung. Wir wollen niemanden verprellen – etwa indem wir nur noch Abendveranstaltungen anbieten. Aber um auch für berufstätige Frauen interessant zu sein, die tagsüber keine Zeit haben, müssen wir auch Abendangebote machen.

Kneehans: Bei den Vortragsthemen versuchen wir, uns möglichst breit aufzustellen.

Schlesier: Unser erklärtes Ziel ist es, dass alle Frauen zusammensitzen – nicht, dass es am Ende Veranstaltungen für die Älteren und andere für die Jüngeren gibt. Wir denken zum Beispiel darüber nach, das Frühstück, das seit langer Zeit immer an einem Dienstagmorgen stattfindet, auf einen Samstag zu verlegen.

Frage: Dürfen eigentlich auch Männer kommen?

Westphal: Nein, normalerweise nicht – auch wenn immer wieder Anfragen kommen. Eine Ausnahme sind unsere Auslandsreisen.

Schlesier: Das ist auch gut so. Eine Vorstandskollegin sagte mal: „Das ist jetzt einfach mal eine reine Frauenveranstaltung!“

Frage: Gibt es absolute Lieblingsthemen und -veranstaltungen, bei denen Sie regelmäßig überrannt werden?

Kneehans: Das Gartenthema!

Schlesier: Der Brotbackkurs lief auch richtig gut.

Westphal: Auch Modenschauen kommen immer gut an. Aber der Aufwand ist riesengroß.

Frage: Wo sehen Sie den Landfrauenverein in zehn Jahren? Gibt es Wünsche?

Schlesier: Ich wünsche mir einen immer noch aktiven Verein, der weiterhin neue Mitglieder gewinnt.

Westphal: . . .und dass es weiterhin junge Frauen gibt, die bereit sind, sich im Vorstand zu engagieren.

Kneehans: Gerade eben haben wir ein neues Mitglied gewonnen – eine Frau, die sich für die Frankreich-Fahrt anmelden wollte.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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