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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

Tempo, Taktik, Themenvielfalt

07.09.2013

Stenum Alles eine Frage der Zeit: Tempo und Präzision waren am Donnerstagabend von den neun Direktkandidaten aus dem Wahlkreis 28 gefordert, die sich im Rahmen der NWZ -Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl im Hotel Backenköhler erstmals gemeinsam den Fragen der Bürger stellten. Mehr als 150 Wählerinnen und Wähler machten von dem Angebot reichlich Gebrauch. Zur Beantwortung der Fragen zu verschiedenen Themenfeldern hatten die Bundestagskandidaten – je nach Zahl der Fragesteller – jeweils ein bis zwei Minuten Zeit. Gelegentlich mussten die Moderatoren – die NWZ -Redakteure Stefan Idel und Hergen Schelling – eingreifen.

Die wichtigsten Fragen:

Was halten Sie von einem Mindestlohn?

Astrid Grotelüschen (CDU) sprach sich gegen einen vom Staat festgelegten Mindestlohn aus. „Einen Mindestlohn sollen die jeweiligen Tarifpartner aushandeln, da sie die besten Branchenkenntnisse haben.“ Angelika Brunkhorst (FDP) schloss sich dieser Meinung an. Susanne Mittag (SPD) und weitere Kandidaten sprachen sich dafür aus.

Wie bewerten Sie die Planung für die B 212neu?

„Ich halte den Bau der B 212 für notwendig“, so Brunkhorst, „die Wesermarsch ist mal dran“. Es sollten jedoch keine weiteren Verkehrsprojekte daran gekoppelt werden. Anders Thomas Bartsch (Die Linke): „Die Finanzierung ist gar nicht abgesichert.“ Für eine „Kombi-Verkehrslösung Schiene, Straße und Wasser“ plädierte Dragos Pancescu (Grüne). Ein neues Planfeststellungsverfahren für die B 212neu nördlich von Delmenhorst will Susanne Mittag (SPD). „Die Bürger müssen mehr in die Entscheidungen mit eingebunden werden“, sagte Arnold Hansen (Freie Wähler).

Was muss in der „Eurokrise“ getan werden?

„Die Eurokrise ist in erster Linie eine Krise der Banken“, meinte Susanne Mittag (SPD). „Europa ist eine tolle Gemeinschaft, die erhalten bleiben muss.“ Dem entgegnete Christian Pothin (Alternative für Deutschland): „Der Euro ist gescheitert. Der Maastricht-Vertrag wurde mehrfach gebrochen. Die südeuropäischen Staaten sollten aus dem Euro ausscheiden.“ Harry Kowitz (Bündnis 21/RRP) betonte:  „Der Euro muss bleiben. Doch wir können nicht immer mehr Geld an Griechenland zahlen, wenn die Auflagen nicht erfüllt werden.“ Für „klare europäische Regeln“ will sich Astrid Grotelüschen (CDU) einsetzen. Sie lobte die positive Entwicklung in Irland nach der Bankenkrise. Nach Meinung von Andreas Neugebauer (Piraten) sollte das Geld schneller zirkulieren. „Wir müssen den Griechen helfen, da sie es aus eigener Kraft nicht schaffen.“

Sollte die Türkei in die EU aufgenommen werden?

Arnold Hansen (Freie Wähler) antwortete mit einem klarem Nein aufgrund der „dortigen Menschenrechtsverletzungen“. Für den Beitritt sprach sich Dragos Pancescu aus. Aus der Sicht Pothins ist die Lage klar: „Nur drei Prozent der Türkei gehören dem europäischen Festland an, 97 Prozent gehören zu Asien.“

Ist die „Energiewende“ gelungen? Oder wird der Strom noch teurer?

„Es gibt keine Alternative zu alternativen Energien“, so Susanne Mittag unter Hinweis auf die wirtschaftliche Bedeutung. Das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG), das die Vergütung von Strom aus Windkraft- oder Biogasanlagen regelt, müsse nachgebessert werden. Andreas Neugebauer (Piraten) setzt weiterhin auf Biogas: „Es dürfen jedoch nur Abfälle verfeuert werden und keine landwirtschaftlichen Anbauprodukte.“ Thomas Bartsch (Linke): „Der Atomausstieg gehört ins Grundgesetz!“ Zudem seien Strom und Wasser ein Grundrecht. Bartsch: „Die Stromabschaltung in Haushalten gehört verboten.“ Harry Kowitz ergänzte: „Das Angebot der Stromanbieter muss transparenter werden.“

Und was machen die Kandidaten nach der Wahl?

Zum Abschluss mussten alle Kandidaten jeweils drei Sätze ergänzen – zur Freude des Publikums. So sprach sich Ferrari-Fan Pothin für eine Pkw-Maut aus. Pancescu will keinen großen Dienstwagen wie der geschasste Staatssekretär Udo Paschedag (Grüne), sondern lieber ein Solarmobil, und Neugebauer verriet, dass Plakate kleben ein großes Hobby von ihm sei.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer zeigten sich zufrieden. Einige nutzten die Gelegenheit, im Anschluss weitere persönliche Fragen zu stellen. „Das war ein sehr interessanter Abend“, meinte beispielsweise Hans-Joachim Wallenhorst vom Bürgerverein Hohenböken im Anschluss an die mehr als zweistündige Diskussion. „Durch die Zeitvorgabe bei den Statements hat man einen deutlichen persönlichen Eindruck von den Kandidaten erhalten.“ So eine Diskussionsrunde sollte die NWZ  auch nach der Wahl weiterführen, regte er an.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/oldenburg-land 
Spezial zur Wahl unter   www.nwzonline.de/bundestagswahl 
Sebastian Friedhoff Redakteur / Newsdesk
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