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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Ganderkesee

„Immobilien-Leibrente als Alternative bei niedriger Rente“

11.09.2019
Frage: Es heißt immer, das eigene Heim sei die beste Altersvorsorge. Das ist aber nicht in jedem Fall so, oder?
Stoffels: Das Eigenheim ist immer noch die beste Wertanlage, die man im Alter haben kann. Aber damit sind auch Erhaltungs- und Renovierungsarbeiten verbunden, die Menschen mit einer niedrigen Rente überfordern können. Auch ein großes Grundstück ist schwer zu bewirtschaften, erst recht wenn man im Alter allein ist, weil etwa der Partner verstorben ist.
Frage: Deswegen empfehlen Sie das Modell der Immobilien-Leibrente...
Stoffels: Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten. Viele Senioren verkaufen ihr Haus und ziehen in eine kleinere Wohnung. Aber oft wollen sie unbedingt in ihrem Zuhause bleiben, weil sie dort sozusagen ihre Lebensleistung erbracht haben. Für diese Menschen kann die Immobilien-Leibrente als Alternative in Betracht kommen. Die Hauseigentümer müssen aber mindestens 70 Jahre alt sein.

Leibrente – was ist das?

Antworten auf diese Frage geben Heinz Stoffels (Von Poll Immobilien, Ganderkesee) und Tom Fastenrath (Regionalleiter Deutsche Leibrenten Grundbesitz AG), an diesem Donnerstag, 12. September, ab 19 Uhr im Alten Rathaus, Rathausstraße 24 in Ganderkesee. Veranstalter ist der Seniorenbeirat der Gemeinde Ganderkesee. Die Teilnahme ist kostenlos.

Frage: Wie funktioniert die Immobilien-Leibrente?
Stoffels: Zunächst wird die Immobilie von einem Gutachter bewertet, der neutral ist und nichts mit der Deutschen Leibrenten Grundbesitz AG zu tun hat, die die Immobile zu dem ermittelten Preis erwirbt. Das Wohnrecht der bisherigen Eigentümer wird im Grundbuch abgesichert. Und sie können dann wählen zwischen einer Einmalzahlung, einer monatlichen Rente oder einem Mix aus beidem.
Frage: Gibt es eine Modellrechnung, wie viel für eine Immobilie im Wert von – sagen wir mal – 300 000 Euro zu erwarten ist?
Stoffels: Nein, das hängt von zu vielen Faktoren ab. Die Einmalbeträge und Monatsrenten werden individuell von der Leibrenten-AG ausgerechnet. Jeder Eigentümer muss für sich abwägen, ob die Immobilien-Leibrente eine Alternative zum klassischen Hausverkauf darstellt. Ich halte sie für ein gutes Modell, weil die Menschen in der vertrauten Umgebung bleiben.
Frage: Aber potenzielle Erben gehen nach dem Tod der Alt-Eigentümer leer aus...
Stoffels: Das muss natürlich vorher in der Familie geklärt werden. Das Modell hängt immer von den Lebensumständen der betreffenden Personen ab. Wer erbt, will auch keine Ruine: Ältere Menschen mit niedrigen Renten können sich mit dem Geld, das sie für ihr Haus erhalten, notwendige Investitionen für Renovierungen leisten.
Frage: Wie ist der Vortragsabend am Donnerstag aufgebaut?
Stoffels: Mit Tom Fastenrath, dem Regionalleiter der Deutsche Leibrenten Grundbesitz AG, habe ich einen Experten an meiner Seite. Wir wollen nichts verkaufen, sondern Rede und Antwort stehen. Nach einer kurzen Präsentation werden wir Fragen beantworten, möglichst viele.
Frage: Welche Fragen werden im Zusammenhang mit der Immobilien-Leibrente häufig gestellt?
Stoffels: Vor allem, wie das Haus bewertet wird und wie die Auszahlungsmodalitäten sind. Viele möchten auch wissen, wie sicher das Modell ist. Ich bin selber gespannt, welche Fragen da kommen.
Frage: Machen sich die Menschen generell mehr Gedanken darüber, wie sie im Alter wohnen werden?
Stoffels: Ja, das hängt vor allem mit den veränderten Familienstrukturen zusammen. Eltern können heute nicht mehr davon ausgehen, dass die Kinder sich kümmern – auch weil die Kinder oft räumlich weit entfernt leben. Aber die Immobilien-Leibrente ist auch nichts Neues: Die gab es schon vor 100 Jahren. Weil die Altersabsicherung immer besser wurde, kam sie aus der Mode. Jetzt, da die Renten vielfach niedriger werden und Ergänzungsprodukte wie etwa Kapital-Lebensversicherungen nicht mehr lukrativ sind, kommt sie als Alternative wieder in Frage.
Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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