Ganderkesee - „Ein Novum“ in der 25-jährigen Geschichte der Prämierung der Umzugsgruppen hatte Jury-Chef Dirk Wieting bereits am Vorabend angekündigt. Das war eher untertrieben. Denn in der Kategorie der besten Festwagen lagen gleich drei Gruppen punktgleich auf Platz 2. Das Los musste entscheiden. Sieger wurden – „mit klarem Abstand“, wie Wieting sagte – die Adelheider. Sie hatten unter dem Motto „Schlaraffenland“ den Tausenden von Besuchern des Umzugs den Mund wässrig gemacht.

Viele hundert Faschingsfreunde waren am Sonntagmorgen zum Feiern ins Festzelt an der Raiffeisenstraße gekommen – und um bei der Prämierung der Umzugsgruppen dabei zu sein. Moderator Markus Weise, der noch am Vorabend als „schwarzes Schaf der Garde“ bei Büttenabenden in Scharrel und Sedelsberg (Saterland) aufgetreten war, führte durchs Programm. Unter den Ehrengästen begrüßte GGV-Präsident Uwe Meyer die stellvertretende Landrätin Christel Zießler, Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas und den FDP-Landtagsabgeordneten Christian Dürr.

Jury-Chef Wieting machte es gewohnt spannend: Er rollte das Feld von hinten auf und ließ die Zuhörer umso mehr zappeln, je näher er den jeweiligen Siegern kam. In der Königsdisziplin – bei den Festwagen – bat er die Vertreter der ersten vier Plätze gemeinsam aufs Podium. Um unter den punktgleichen Zweitplatzierten eine Reihefolge zu ermitteln, wirkte die Bürgermeisterin als „Glücksfee“.

Platz 4 fiel auf den Ortsverein Schlutter/Holzkamp/Hoyerswege mit „Tom Saw­yer und Huckleberry Finn“. Ortsvereinsvorsitzender Enno Vosteen nahm’s gelassen: „Ich habe auf meiner Diele 16 Plaketten, Platz 4 fehlte noch.“ Bürgermeisterin Gerken-Klaas spendierte ein Fass Bier und Sprudel für ein Sommerfest. Den in einem Online-Voting vergebenen Zuschauer-Preis der Nordwest-Zeitung in Höhe von 100 Euro gewannen die Schlutteraner. Mediaberater Jörg Rabenberg gratulierte Vosteen und seinem Team.

Der Sieger des Vorjahres, der TSV Grüppenbühren, kam diesmal auf Platz 3. Über den zweiten Platz freuten sich die Bergedorfer Faschingsfreunde mit „Day and Night“. Groß war der Jubel dann bei den Adelheidern aus dem „Schlaraffenland“. Für Platz 1 nahm Andre Lintelmann Plakette und Spende der NWZ  entgegen. „Macht den Nachmittag zum Tag“, empfahl Weise.

Bei den Fußgruppen mit Mottowagen jubelten Die Spätzünder. Das Team um Tina Behrens, das unter dem Motto „Flieger grüß mir die Sonne“ gestartet war, brachte gleich einen kleinen Heißluft-Ballon mit auf die Bühne. Hinter der „Urneburger Monsterparty“ (Platz 2) landete Vorjahressieger Querbeet auf Platz 3. Die Gruppe mit Bürgermeisterin Gerken-Klaas. und Ehemann Hans-Hermann Klaas in ihren Reihen hatten indisches Flair an den Ring gebracht.

Platz 1 bei den Fußgruppen ging an die Handballnarren, die mit „Disco-Beats Achterbahn“ punkteten. Der Vorjahressieger, die Proseccohexen aus Hude (Motto: „All’ unter einem Hut“) landeten diesmal auf Platz 3. Grund zum Feiern hatten sie aber genug: Teammitglied Eva Fischer feierte ihren 50. Geburtstag. Das letzte Wort hatte Markus Weise, der schon einmal das Motto für 2015 verkündete: „Fasching ist unser Leben“.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent