Garrel - Nachbarschaften nehmen in der Gemeinde Garrel bei Beerdigungen oder dem Beten für Kranke eine tragende Rolle ein. Nachbarn übernehmen das Schreiben der Umschläge, helfen beim Kaffee ausschenken, fahren zum Kreuztragen. Auch die Nachbarschaftsgebete bei Trauerfällen sind üblich. Doch längst gibt es nicht mehr in jeder Nachbarschaft jemanden, der sich das Vorbeten zutraut oder der weiß, wie die Andacht überhaupt abläuft. „Einige sind da unsicher“, weiß Melanie Schreiber, Pastoralreferentin in der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist, aus der Erfahrung. Andere seien überfordert mit der Situation.
Nun hat der Arbeitskreis „Licht“ verschiedene Formen des Abschied-Nehmens erarbeitet und in Heften zusammengestellt. Jeweils 50 Hefte enthält eine Plastikbox, die über das Pfarrbüro in Garrel (
Damit die Menschen in einer „ungeplanten, möglicherweise neuen Situation, die der Tod oft mit sich bringt, Handwerkszeug haben und sie befähigt werden, diesen wertvollen Dienst zu übernehmen“, so Melanie Schreiber, gibt es weit mehr: eine CD mit angemessener Musik zum Beispiel und den CD-Player gleich dazu, Tücher, oder eine Kerze und Teelichter.
Die Idee zu diesem Projekt hatte Gunda Hinrichs an den Ortsausschuss herangetragen. Daraus entwickelte sich dann der Arbeitskreis, der fast ein Jahr an den Entwürfen der zunächst fünf Hefte gearbeitet hat.
Die Texte aus den Heften – sie sind für etwa 30 Minuten konzipiert – müssen dabei nicht komplett übernommen werden. Die Hefte sollen Anregungen geben, betont der Arbeitskreis. Aber sicher könnten Besonderheiten des Verstorbenen eingearbeitet werden.
Das Offizialat in Vechta hatte sich an dem Projekt finanziell beteiligt.
